Gymnasium Corveystraße zum 3. Mal ausgezeichnet

Hamburgs gesündeste Schule

In der Fünf-Minuten-Pause, zwischen Latein und Mathe, ein paar Erdbeeren im "Naschgarten" pflücken, die Deutschstunde mit "Gehirngymnastik" beginnen und sich in der Mittagspause mit einem frisch zubereiteten Menü in der Kantine stärken - die 763 Schüler des Gymnasiums Corveystraße besuchen eine "Gesunde Schule".

Mit dem gleichnamigen Preis ist die Lokstedter Ganztagsschule von der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung ausgezeichnet worden - und zwar das dritte Jahr in Folge. Gegen 20 Mitbewerber habe sich ihre Schule durchgesetzt, sagt Schulleiterin Christel Jäger. "Die Jury legt Wert darauf, dass der Schwerpunkt Gesundheit weiterentwickelt wird."

Das Thema bewegt vor allem die Schüler - sogar auf dem Pausenhof. Auf den insgesamt 30 000 Euro teuren Spiel- und Sportgeräten, die aus Spenden der Eltern finanziert wurden, halten sie sich fit. Im Unterricht beschäftigen sich die Schüler schon ab der 5. Klasse fächerübergreifend mit dem Thema Gesundheit - oft begleitet von außerschulischen Experten. So klären Medizinstudenten unter dem Motto "Mit Sicherheit verliebt" über Sexualität auf, Experten vom benachbarten Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) reden über das Thema Sucht und Essstörungen, eine Gruppe südafrikanischer Studenten spricht einmal im Jahr über die Gefahren von Aids, und eine Ernährungsberaterin gibt regelmäßig Tipps für den gesunden Pausensnack. "So bekommt man konkrete Hinweise für den Alltag", sagt Corinna Kulicke (16) aus der 11. Klasse. "Wenn nicht nur Lehrer, sondern auch Menschen aus dem 'richtigen Leben' den Schülern etwas vermitteln, wirkt das nachhaltiger", sagt Hans Fischer. Der Chemielehrer hat den Schwerpunkt Gesundheit vor sieben Jahren mit Kollegin Hildegard Wacker entwickelt. Jetzt planen sie einen "Gesundheitstag": Am 1. Oktober wollen Schüler und Lehrer mit einem gesunden Frühstück in den Tag starten. Die Oberstufenschüler bereiten für die jüngeren Schüler Themenstationen vor. "Jung lehrt Jung", sagt Fischer.