Prozess Hamburg

Islamist droht Kind: Ich schneide dir den Kopf ab

| Lesedauer: 2 Minuten
Eine Statue der Göttin Justitia am Eingang eines Gerichtsgebäudes (Symbolbild).

Eine Statue der Göttin Justitia am Eingang eines Gerichtsgebäudes (Symbolbild).

Foto: Stefan Puchner / dpa

Angeklagter soll unter anderem Symbole der Terrormiliz IS im Internet veröffentlicht haben. Nun steht er vor Gericht.

Hamburg. Seine Toleranzschwelle in Bezug auf andere ist offenbar besonders niedrig. Und das vor allem dann, wenn sie keine Moslems sind. Todesdrohungen, Beleidigungen: Wenn er einen Groll auf jemanden hegt, scheint Joshua S. kaum Grenzen zu kennen. So drohte er offenbar sogar Kindern, er könnte ihnen „den Kopf abschneiden“. Wenn es nach Joshua S. geht, kann es nur einen Gott geben, nämlich Allah.

Das geht zumindest aus der Anklage hervor, die den jungen Mann aus Brandenburg unter anderem wegen Volksverhetzung, Beleidigung, versuchter Nötigung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte vor das Amtsgericht gebracht hat. Joshua S. ist ein kräftig gebauter Mann, dem der üppige Vollbart bis weit auf die Brust reicht. Zu den Vorwürfen möchte der 22-Jährige, der noch bei seinen Eltern wohnt, zunächst „keine Angaben“ machen, so sein Verteidiger.

Im Einzelnen wird Joshua S. vorgeworfen, Symbole der Terrororganisation IS auf seinem Facebook-Account öffentlich verbreitet zu haben. Darüber hinaus habe er grausame Bilder und Videos der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und zu Hass gegen Andersgläubige angestachelt. So habe er unter anderem ein Video eines aus Serbien stammenden Predigers verbreitet, der sich selber etlicher Straftaten schuldig gemacht haben soll. Auf dem Facebook-Account des Angeklagten sollen sich zudem Folter- und Mordvideos befunden haben sowie Propaganda-Videos, die beispielsweise Kinder bei der Kampfausbildung zeigen.

Einem Jungen sagte er: Christen kommen in die Hölle

War es bei einer anderen Gelegenheit bereits die Tatsache, dass eine Gruppe von Kindern ausgelassen Fußball gespielt hat, die Joshua S. wütend machte? Oder dass ein Ball versehentlich sein Bein traf? In einer darauffolgenden Auseinandersetzung habe einer aus der Gruppe der Jungen die Formulierung „ich schwöre bei Gott“ verwendet. Daraufhin habe der 22-Jährige dem Kind gesagt, Christen kämen alle in die Hölle. Ferner soll Joshua S. dem Jungen gedroht haben, ihm den Kopf abzuschneiden. Dieselbe Drohung soll er gegenüber einem Vater ausgesprochen haben, der den Kindern zu Hilfe eilen wollte.

Auch mit der Polizei geriet der Angeklagte den Ermittlungen zufolge erheblich aneinander. Als es auf einer Wache zu einer Diskussion wegen der Meldeauflagen von Joshua S. gekommen sei, habe er die Polizisten unter anderem als Nazis beschimpft und ihnen entgegengeschleudert, ihre Gesetze seien „alle unter meinen Füßen“. Bei einer anderen Begegnung soll er zu Polizeibeamten gesagt haben, deutsche Christen seien nichts wert. Er aber komme ins Paradies. Der Prozess wird fortgesetzt.

( bem )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Blaulicht