Polizei Hamburg

Schmuck einer Gestorbenen aus Krankenhaus Bethesda gestohlen

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Ulf-Peter Busse
Das Agaplesion Bethesda Krankenhaus in Bergedorf. Dieb haben dort Schmuck einer Verstorbenen gestohlen.

Das Agaplesion Bethesda Krankenhaus in Bergedorf. Dieb haben dort Schmuck einer Verstorbenen gestohlen.

Foto: dpa

Die Kriminalpolizei ermittelt, die Klinik ist ratlos. Hinterbliebene vermissen Ring und Ketten im Wert von etwa 7000 Euro.

Bergedorf. Zwei ebenso unheimliche wie unerträgliche Fälle von Diebstahl erschüttern das Agaplesion Bethesda Krankenhaus. „Mitte November ist der Nachlass einer Verstorbenen entwendet worden. Zudem verschwand etwa zur gleichen Zeit das wertvolle Handy eines anderen Patienten“, bestätigt Klinik-Sprecher Matthias Gerwien.

Beim Nachlass handelt es sich um Schmuck im Wert von 5000 bis 7000 Euro, den die Patientin bei ihrer Einlieferung am 22. November in die Klinik dabei hatte. „Die Wertgegenstände wurden leider nicht im Schließfach verwahrt, obwohl jedem der Patienten in unserer Klinik eines zur Verfügung steht“, sagt Gerwien. Unabhängig davon sei es „moralisch unerträglich, Menschen in einer solchen Situation zu bestehlen. Für alle Betroffenen, auch für unsere Klinik, ist ein solcher Vorfall nicht hinnehmbar.“

Zwischen dem 22. und 25. November schlug der Dieb zu

Die Bergedorfer Kripo hat die Ermittlungen übernommen, bisher aber keinen Täter fassen können. Zugeschlagen hat der Dieb zwischen 22. und 25. November, also entweder kurz vor oder schon während Besuchsverbots, das die Klinik ab 24. November verhängt hatte.

„Wir kooperieren eng mit der Polizei. Auch uns ist sehr an einer schnellen Aufklärung der beiden Fälle gelegen“, betont Gerwien. Zudem sei die Versicherung der Klinik informiert, um den Schaden möglichst komplett zu begleichen.

Es sind mehrere Erinnerungsstücke geklaut worden

Der ist für die Familie der Verstorbenen allerdings nicht nur materieller Art: „Es sind mehrere Erinnerungsstücke geklaut worden“, sagt Sylvia Koch, Tochter der Verstorbenen aus Kirchwerder. „Unter anderem sind das die Eheringe meiner Großeltern, die sich meine Mutter zu einem Ring hatte zusammensetzen lassen.“ Und als sie den Fall bei der Polizei anzeigte, traute sie ihren Ohren nicht: „Die Beamten auf der Bergedorfer Wache schauten mich verwundert an und sagten, dass sie eine halbe Stunde vor mir bereits eine ganz ähnliche Diebstahl-Anzeige aus dem Bethesda aufgenommen hatten.“ Wie die Polizei auf Nachfrage bestätigt, handelte es sich um das verschwundene Handy.

Für Sylvia Koch ist der Diebstahl noch immer unbegreiflich. „Als meine Mutter in die Klinik eingeliefert werden sollte, hatten wir ihr noch zugeredet, den Schmuck besser zu Hause zu lassen. Doch sie wollte ihn bei sich haben.“

Tüte lag offenbar nicht im Schließfach

Im Krankenhaus habe sie lange in der Notaufnahme gelegen, sei aber dort wie auch später auf der Station sehr wach gewesen. Dann folgte das Besuchsverbot. „Als ich am 25. November den Anruf bekam, dass meine Mutter im Sterben liegt und ich in die Klinik kommen soll, konnte ich noch ihre Hand halten. Doch als mir später die Tüte mit den Wertsachen überreicht wurde, fehlte einiges. Darunter der Ring und mehrere Ketten.“

Die Tüte soll in der Notaufnahme befüllt und verschlossen worden sein. Auf der Station lag sie dann offenbar nicht im Schließfach. Für Sylvia Koch auffällig: Sie kam beim letzten Besuch mit dem Strom der Impfwilligen in die Klinik und bog von dort zur Station der Mutter ab. „Kontrolliert hat mich keiner, obwohl doch Besuchsverbot war.“

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