Unfall an Bahnübergang

Hamburger S-Bahn erfasst 75-Jährige – Verfahren gegen Frau

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Eine 75-Jährige ist an einem Bahnübergang in Hamburg schwer verletzt worden (Symbolbild).

Eine 75-Jährige ist an einem Bahnübergang in Hamburg schwer verletzt worden (Symbolbild).

Foto: IMAGO / imagebroker

Sie wollte den Bahnübergang in Hamburg-Sülldorf queren, als sich der Zug näherte. Sie wurde aus dem Gleisbereich geschleudert.

Hamburg. Eine 75 Jahre alte Frau ist am Montag bei einem Unfall an einem Bahnübergang in Hamburg-Sülldorf schwer verletzt worden. Nach Angaben der Bundespolizei erfasste eine S-Bahn die Frau am Bahnübergang Sieverstücken.

Nach jetzigem Ermittlungsstand der Bundespolizei überquerte die 75-Jährige gegen 14.35 Uhr mit ihrem Fahrrad den Bahnübergang, obwohl die Halbschranken geschlossen waren und trotz eines Rotlichtes. Der 56-jährige Triebfahrzeugführer einer herannahenden S-Bahn der Linie S1 erkannte die Frau im Gleisbereich und leitete sofort eine Schnellbremsung ein.

Unfall an Bahnübergang: Frau aus Gleisbereich geschleudert

Dennoch erfasste der Zug das Fahrrad. "Dadurch wurde die 75-Jährige aus dem Gleisbereich geschleudert", sagte Bundespolizeisprecher Rüdiger Carstens am Dienstag. Die ältere Dame erlitt diverse Frakturen und wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus transportiert. Zuvor leisteten zwei Personen noch Erste Hilfe bei der 75-Jährigen.

"Alarmierte Bundespolizisten waren zur Unfallaufnahme vor Ort", so Carstens. In der S-Bahn waren 85 Fahrgäste, die nach jetzigem Sachstand durch die Schnellbremsung nicht verletzt wurden. "Der Triebfahrzeugführer stand deutlich unter dem Eindruck des Geschehens und musste vor Ort abgelöst werden."

Strafverfahren gegen 75-Jährige eingeleitet

Für die Einsatz- und Rettungsmaßnahmen musste die S-Bahnstrecke für rund eine Stunde gesperrt werden. An dem Einsatz beteiligt waren neben der Bundespolizei auch die Feuerwehr, ein Rettungswagen, ein Notfallmanager der Deutschen Bahn und die Polizei Hamburg. Die Bundespolizei teilte mit, dass gegen die 75-Jährige ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr eingeleitet wurde.

Aus aktuellem Anlass warnt die Bundespolizei wiederholt eindringlich vor den Gefahren an Bahnanlagen. "Der Aufenthalt im Gleisbereich ist verboten und lebensgefährlich", sagte Carestens. "Durch unerlaubte Gleisquerungen, hier Umgehung der geschlossenen Schranken und leichtsinnigem Verhalten im Bahnbereich, kommt es häufig zu Unfällen, die lebensgefährliche oder auch tödliche Verletzungen zur Folge haben können."

( coe )

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