Polizei Hamburg

Dreister Stromklau überführt Marihuana-Züchter

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Eine professionelle Cannabisplantage in einer Wohnung (Archivbild).

Eine professionelle Cannabisplantage in einer Wohnung (Archivbild).

Foto: Polizei Ludwigsburg

Eine um 2000 Euro erhöhte Stromrechnung brachte die Beamten auf die Spur des Nachwuchs-Bauherrn, -Züchters und -Dealers in Hamm.

Hamburg. Wenn man schon (noch) illegale Drogen züchtet, sollte man nicht auch noch den dafür benötigten Strom heimlich abzweigen, sonst muss man mit einem Besuch von Amts wegen und dem Verlust der gesamten Ernte rechnen – das könnte man als Lehre aus einer Mitteilung der Polizei Hamburg vom Mittwoch ziehen.

Der Besitzer eines Mehrfamilienhauses in Hamm war mutmaßlich zu gleichen Teilen ärgerlich und verwundert, als er die Stromrechnung für das vergangene Jahr bekam: Ein um 2000 Euro höherer Verbrauch ist wohl weder mit Corona-bedingtem Homeoffice noch mit den gestiegenen Energiepreisen allein zu erklären. Entsprechend machte sich der 48-Jährige auf die Suche nach verborgenen Stromfressern und wurde schnell fündig. Also zumindest ein bisschen.

Polizei Hamburg: Stromklau führt Vermieter vor verschlossene Tür

Ein Stromkabel, das ihm wenig bekannt vorkam, führte in einen Kellerraum, von dem er noch weniger wusste. Irgendjemand hatte den Keller umgebaut und das Ergebnis der ungenehmigten Renovierung mit einer Stahltür vor neugierigen Blicken verborgen. In Ermangelung eines Schlüssels und weil ihm die ganze Angelegenheit vermutlich auch – zu Recht – höchst verdächtig vorkam, rief er die Polizei.

Die kam am Dienstagmorgen in Begleitung eines Schlüsseldiensts. Hinter der Stahltür befand sich ein erster Raum, in dem die Beamten "eine offenbar an den Schornstein angeschlossene Abluftanlage vorfanden", wie Polizeisprecher Florian Abbenseth erklärt. Das verdächtige Stromkabel lief von dort aus in einen weiteren Raum, in dem sich der Grund für den massiv erhöhten Stromverbrauch fand: "eine professionelle Plantage" mit "insgesamt 154 Marihuanapflanzen sowie etwa vier Kilogramm getrocknetem Marihuana", so Abbenseth.

Marihuana-Züchter hatte freundlicherweise seinen Namen im Keller hinterlassen

Die Fahndung nach dem umtriebigen Bauherrn/Züchter/Dealer gestaltete sich denkbar einfach: Der 36-jährige Mieter einer Wohnung in dem Haus hatte im Haschkeller Marke Eigenbau an ihn adressierte Post zurückgelassen und konnte so schnell ausfindig gemacht und festgenommen werden.

Nach Ende der polizeilichen Maßnahmen wurde er nach Hause entlassen – allerdings dürfte sein Vermieter bereits recherchieren, ob der Aufbau einer Marihuanaplantage im Keller, der ungenehmigte Umbau und der Diebstahl größerer Mengen Strom eventuell für eine kurzfristige Kündigung ausreichen.

( josi )

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