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Schlag gegen Marktplatz im Darknet: 150 Festnahmen weltweit

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Europol gelingt Schlag gegen Kriminalität im Darknet: Internationale Ermittler haben 150 Verdächtige festgenommen. Auch in Hamburg und Schleswig-Holstein Verfahren.

Europol gelingt Schlag gegen Kriminalität im Darknet: Internationale Ermittler haben 150 Verdächtige festgenommen. Auch in Hamburg und Schleswig-Holstein Verfahren.

Foto: dpa

Ermittler beschlagnahmen mehr als 26 Millionen Euro und stellen 260 Kilo Drogen sicher. Auch Verfahren in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Den Haag/Oldenburg/Washington. Einen Schlag gegen die Kriminalität im sogenannten Darknet haben internationale Ermittler gelandet. Nach dem Erfolg der Staatsanwaltschaft Koblenz gegen den illegal im Darknet betriebenen Marktplatz „Darkmarket“ sind zahlreiche weitere Nutzer und Beteiligte identifiziert worden. Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens „Dark HunTOR“ haben Beamte weltweit 150 Beteiligte festgenommen, 47 davon in Deutschland.

Ermittlungsverfahren wurden auch gegen Personen in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein geführt. Weltweit wurden 26 Millionen Euro offensichtlich kriminell erwirtschaftete Gewinne, teilweise in Kryptowährung, sichergestellt. Das teilte die europäische Polizeibehörde Europol am Dienstag in Den Haag mit.

Nachdem bereits Anfang des Jahres der von einem australischen Ehepaar (32,34) betriebene illegale Marktplatz vom Netz genommen wurde, hatten sich die Ermittlungen auf die Anbieter des „Darkmarket“ konzentriert, die durch besondere Geschäftstätigkeit aufgefallen waren. Insgesamt waren über die illegale Plattform von Juli 2019 bis Anfang 2021 mindestens 320.000 Geschäfte abgewickelt worden. Ein nicht unerheblicher Teil bezog sich auf Drogen. In 8791 Fällen wurde mit größeren Mengen Rauschgift gehandelt. Aber auch Waffen, Falschgeld, gestohlene Kreditkarten oder Schadsoftware wurden verkauft.

260 Kilo Drogen in Deutschland sichergestellt

Die Anschlussermittlungen, die sich gegen Beschuldigte aus der ganzen Welt richteten, koordinierte Europol. Federführend in Deutschland war die Kriminalinspektion Oldenburg. In Deutschland und in acht weiteren Ländern wurden im Zuge der Aktion „Dark HunTOR“ 150 Personen festgenommen und 45 Schusswaffen sichergestellt.

Allein in Deutschland beziffern die Sicherheitsbehörden die Menge der sichergestellten Drogen mit über 260 Kilo, darunter 113 Kilo Amphetamine, 96 Kilo Marihuana, mehrere zehntausend Ecstasy-Tabletten, 30 Kilo MDMA und 4,5 Kilo Kokain.

Darknet-Kriminalität: 20 Server lokalisiert und beschlagnahmt

Die 20 Server, die für den Betrieb illegalen Marktplatzes bereitgestellt worden waren, wurden in der Ukraine und in Moldawien lokalisiert und beschlagnahmt. Administrator des Netzwerkes war nach Erkenntnissen der Ermittler der 32-Jährige, der unter anderem Verkäufer frei schaltete, Komplizen beaufsichtigte und bezahlte. Seine Frau war für das Design des illegalen Marktplatzes zuständig. Und sie fungierte als Streitschlichterin, wenn es unter Geschäftspartnern zu Unstimmigkeiten kam.

Seine Dienste ließ sich das Ehepaar gut bezahlen. Die Geschäfte wurden über elektronische „Wallets“ abgewickelt. Von dem Geld behielt das Ehepaar eine Provision von vier oder fünf Prozent ein. Der Umsatz wird von Ermittlern auf über 140 Millionen Euro taxiert. Damit dürfte allein die einbehaltene Provision über sechs Millionen Euro betragen haben. Ein nicht unerheblicher Teil der illegalen Geschäfte wurde mit Bitcoin oder Monero, den beiden gängigsten Kryptowährungen, abgewickelt.

( zv )

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