Polizei Hamburg

Großkontrolle: Jeder dritte Raser verliert den Führerschein

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Polizisten verfolgen mit einem Videofahrzeug einen Autofahrer (Archivbild).

Polizisten verfolgen mit einem Videofahrzeug einen Autofahrer (Archivbild).

Foto: Michael Rauhe

Rasern und Dränglern auf der Spur waren die Beamten bei einer Schwerpunktkontrolle in Hamburg. Die Ergebnisse.

Hamburg. Im Kampf gegen Raser und Drängler hat die Polizei Hamburg an vier Tagen eine Schwerpunktkontrolle gemacht und dabei Autofahrer ins Visier genommen, die durch ihre aggressive und rücksichtslose Fahrweise aufgefallen sind.

Von Mittwoch bis Sonnabend waren Polizisten der Hamburger Verkehrsdirektionen in 13 zivilen Videofahrzeugen unterwegs. 186 Fahrzeuge, in denen 210 Menschen unterwegs waren, wurden kontrolliert.

Polizei Hamburg: Fast jeder Dritte verliert den Führerschein

Erschreckend: Nahezu jeder dritte Fahrer wird wohl seinen Führerschein abgeben müssen. "64 Fahrzeugführer müssen mit zum Teil mehrmonatigen Fahrverboten rechnen", sagt Polizeisprecher Thilo Marxsen.

Insgesamt registrierten die Beamten 191 Verstöße, darunter zwölf Straftaten. Drei Fahrer fielen insbesondere wegen ihrer aggressiven und rücksichtslosen Fahrweise auf.

Raser und Drängler: Drei "herausragende" Beispiele

In Allermöhe wurden die Polizisten auf einen Motorradfahrer aufmerksam, der bereits mit überhöhter Geschwindigkeit vom Gelände einer Tankstelle in Richtung der A1 gefahren sei. Anschließend habe der Honda-Fahrer seine Maschine auf Tempo 211 beschleunigt. Auf dem A1-Abschnitt gilt jedoch ein Tempo-Limit von 120 km/h.

Diese Verstöße registrierte die Polizei:

Straftaten:

  • 7 x Fahren ohne Fahrerlaubnis
  • 3 x Trunkenheit im Straßenverkehr
  • 1 x Gefährdung des Straßenverkehrs
  • 1 x verbotenes Kraftfahrzeugrennen

Ordnungswidrigkeiten:

  • 4 x überhöhte Geschwindigkeit mit einem dreimonatigen Fahrverbot
  • 17 x überhöhte Geschwindigkeit mit einem zweimonatigen Fahrverbot
  • 43 x überhöhte Geschwindigkeit mit einem einmonatigen Fahrverbot
  • 115 x sonstige Bußgeldverfahren

"Neben einem dreimonatigen Fahrverbot erwartet den 31-jährigen Fahrer eine Geldbuße in Höhe von 1200 Euro", sagt Marxsen. Darüber hinaus stellten die Beamten eine Manipulation der Abgasanlage an dem 147 PS starken Motorrad fest, welche zum Erlöschen der Betriebserlaubnis geführt habe.

510-PS-BMW zu schnell – Waffen im Mercedes

Ebenfalls mit einer Strafe von 1200 Euro rechnen muss der 38 Jahre alte Fahrer eines getunten BMW X3 mit 510 PS. Auf der A7 beschleunigte der Mann den SUV auf knapp 160 km/h. Erlaubt ist dort aber nur Tempo 70.

"In Rothenburgsort fiel Beamten ein Mercedes-Fahrer durch seine aggressive Fahrweise auf. Bei der anschließenden Verkehrskontrolle stellten die Polizisten außerdem eine technisch veränderte Abgasanlage fest, die somit zum Erlöschen seiner Betriebserlaubnis führte", sagt der Polizeisprecher.

Für eine genauere Begutachtung stellte die Polizei den Mercedes sicher. Marxsen: "Im Zuge der Fahrzeugüberprüfung stellten die Polizisten noch zwei verbotene Waffen sicher, die sich in der Seitenablage der Fahrertür befanden."

Polizei Hamburg kündigt weitere Schwerpunkteinsätze an

Neben der Polizei Hamburg beteiligen sich auch Beamte aus Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an der viertägigen Aktion.

Thilo Marxsen: "Die Polizei Hamburg wird auch weiterhin zielgerichtete Verkehrskontrollen und Schwerpunkteinsätze zur Bekämpfung der Hauptunfallursachen durchführen, um die Sicherheit auf Hamburgs Straßen zu erhöhen."

( dob )

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