Gericht

Prozess um eine Hundebürste und einige Steakmesser

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Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, verschiedene entwendete Waren aus eBay Kleinanzeigen verkauft zu haben (Symbolbild).

Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, verschiedene entwendete Waren aus eBay Kleinanzeigen verkauft zu haben (Symbolbild).

Foto: picture alliance/dpa | Christoph Dernbach

Hat ein Kamerad der Freiwilligen Feuerwehr Waren entwendet? Angeklagter erhebt Vorwürfe gegen Feuerwehr. Richter stellt Verfahren ein.

Hamburg.  Eine Hundebürste und einige Steakmesser können tatsächlich zum Aufreger werden. Ebenso ein ganzer Schwung Silikonarmbänder oder Schwimmbretter. Als Nico N. vor knapp zwei Jahren solche Waren im Internet zum Verkauf anbot, gingen bei der Freiwilligen Feuerwehr eines Hamburger Stadtteils die Alarmglocken an. Hatte der 26-Jährige die Gegenstände etwa aus deren Bestand genommen und verkauft? Und hatte er sich damit der Unterschlagung schuldig gemacht, zulasten seiner Kameraden – und letztlich der Feuerwehr?

Im Prozess vor dem Amtsgericht, wo sich der Hamburger am Freitag verantworten musste, verwahrte sich der Angeklagte energisch gegen die Vorwürfe, er habe Waren im Gesamtwert von rund 10.000 Euro unterschlagen, wie es ihm die Staatsanwaltschaft vorwirft. Laut Verteidigung geht es lediglich um „Kleinstbeträge“ von insgesamt etwa 50 Euro, die die infrage stehenden Waren wert seien.

Angeklagter angeblich von Feuerwehr schikaniert

Und eigentlich noch nicht einmal das, meint Nico N. Denn die Gegenstände, die er bei Ebay Kleinanzeigen angeboten habe, „habe ich selber vorher privat gekauft und dann im Internet verkauft“, gibt der Angeklagte an. „Und das ist ja nicht verboten.“

Nach Darstellung des 26-Jährigen ist das Verfahren der Höhepunkt einer Schikane seitens der Freiwilligen Feuerwehr, der er mittlerweile nicht mehr angehöre. Weil er selber gegen den Wehrführer früher mal eine Strafanzeige gestellt habe, habe dieser nun wiederum gegen ihn Anzeigen erstattet. Auch Nico N.s Ex-Freundin, ebenfalls bei der Feuerwehr, habe ihn nach einer unschönen Trennung mit Verfahren überziehen wollen.

Prozess in Hamburg beendet

Der Angeklagte spricht von einer „Schlammschlacht“. Und ob die Gegenstände der Feuerwehr überhaupt abhandengekommen seien, dafür gebe es ­ebenfalls keine Nachweise, setzt der Verteidiger hinzu. Eigentlich laufe alles auf einen Freispruch hinaus.

Ob man den Prozess nicht unaufwendig beenden könne? Die Staatsanwaltschaft kann sich eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Zahlung von 600 Euro vorstellen. Nico N. hätte am liebsten einen Freispruch. Aber er will die Sache endlich vom Tisch haben. Auch der Richter hat keine Bedenken. Damit ist der Fall abgeschlossen.

( bem )

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