Hamburg

Pflegekind sexuell missbraucht: Polizei durchsucht Wohnungen

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Die Polizei ermittelt nach dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs an einem 14 Jahre alten Mädchen gegen ein 19 Jahre alten Hamburger (Symbolfoto).

Die Polizei ermittelt nach dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs an einem 14 Jahre alten Mädchen gegen ein 19 Jahre alten Hamburger (Symbolfoto).

Foto: picture alliance

Beamte sichern umfangreiches Beweismaterial. Bei Durchsuchungen wird ein Schäferhund von Spezialkräften erschossen.

Hamburg. Die Polizei Hamburg hat wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs eines 14 Jahre alten Mädchens eine Wohnung auf St. Pauli durchsucht und dabei umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Im Verdacht steht unter anderem ein 19-Jähriger, der gemeinsam mit seinem Vater (47) in dem Haus lebt.

Das Opfer wohnt hingegen bei seinem Pflegevater in Altona-Altstadt. Laut Polizei kennen sich beide Familien gut. Als jedoch der Verdacht des sexuellen Missbrauchs aufkam, gerieten die Familien in Streit – insbesondere die Väter sollen sich gegenseitig bedroht haben.

Pflegevater sollte Waffen und Munition besitzen

Noch während der Durchsuchung bei dem 47-Jährigen und seinem Sohn am Dienstagabend erhielten die Beamten Hinweise darauf, dass auch von dem 56 Jahre alte Pflegevater eine Bedrohung ausginge, "der zudem auch im Besitz von Schusswaffen und Munition sein sollte", sagt Polizeisprecher Florian Abbenseth.

Noch in der Nacht zu Mittwoch erwirkten die Ermittler einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des Pflegevaters in Altona. "Wegen der Eilbedürftigkeit sollte diese Durchsuchung noch zur Nachtzeit erfolgen", so der Polizeisprecher weiter.

SEK erschießt Schäferhund

Wegen der Bedrohungslage wurde das Spezialeinsatzkommando hinzugezogen. Das SEK habe die Wohnungstür gewaltsam geöffnet und sei anschließend von einem Schäferhund angegriffen worden. Das SEK erschoss laut Abbenseth daraufhin den Hund.

Bei der anschließenden Durchsuchung stellten die Beamten einen Teleskopschlagstock sicher. "Es besteht hier der Verdacht eines Verstoßes gegen das Waffengesetz", sagt Florian Abbenseth und fügt hinzu: "Schusswaffen oder Munition wurden nicht gefunden."

Jugendamt wird über Vorfall informiert

Wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs an dem 14 Jahre alten Mädchen hat die Fachdienststelle für Sexualdelikte beim LKA die Ermittlungen übernommen und wertet das Beweismaterial aus. Zudem wurde auch das Jugendamt eingeschaltet.

Die Polizei führte bei den beiden Vätern sogenannte Gefährderansprachen durch. Abbenseth: "Da keinerlei Haftgründe vorlagen, verblieben sie auf freiem Fuß."

( dob )

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