Nordseeinsel

Schreck für Sylt-Urlauber: Stundenlang Toiletten-Verbot

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Die Feuerwehr bei ihrem Einsatz in List auf Sylt, nachdem Heizöl aus dem Tank eines Notstromaggregats im Abwasserpumpwerk geflossen war.

Die Feuerwehr bei ihrem Einsatz in List auf Sylt, nachdem Heizöl aus dem Tank eines Notstromaggregats im Abwasserpumpwerk geflossen war.

Foto: picture alliance/dpa/Blaulicht-News.de/Luca Field

Hygienische Einschränkungen durch Ausfall des Hauptabwasserpumpwerks der Insel. Lautsprecheransagen auch an Touristen.

List/Sylt. Ungebetene Einschränkung für 1500 Einwohner und ebensoviele Urlaubsgäste in List auf Sylt: Durch einen Ausfall des Hauptabwasserpumpwerks in der nördlichsten Gemeinde Deutschlands waren bis zum späten Freitagabend rund 3000 Menschen stundenlang dazu angehalten, ihr eigenes Wasser eher zurückzuhalten. Sprich: Möglichst kein Toilettengang, nicht duschen, nur so viel Hände waschen wie eben nötig.

Dadurch sollte weiteres Abwasser und die Verteilung einer möglichen Verschmutzung verhindert werden. Denn es stand zu befürchten, dass die durch den Pumpenausfall aus dem Tank eines Notstromaggregats ausgetretenen rund 600 Liter Dieselöl in die Kanalisation fließen würden. Die Feuerwehr fuhr deshalb mehrmach durch den Ort, um Anwohner und Gäste per Lautsprecherdurchsagen über die Situation zu informieren. Auch die Katastrophen-App NINA schlug Alarm.

Gegen 23 Uhr konnten die 50 Einsatzkräfte der Lister Feuerwehr sowie des Löschzugs Gefahrengut und der Ölwehr aus Westerland schließlich Entwarnung geben: Der Kraftstoff verblieb komplett im Pumpenraum und drang somit nicht ins Erdreich ein. "Es ist alles im Gebäude geblieben und nichts in die Umwelt ausgetreten", sagte Einsatzleiter Thomas Watzl dem Abendblatt.

Sylt: List muss Corona-Testzentrum schließen

Während des Einsatzes hätten sich auch besorgte Urlauber – in Hamburg sind derzeit Maiferien – und Bewohner bei Feuerwehr und Polizei nach der Lage erkundigt. Zusätzliche Einschränkung: Da die Aula der Lister Schule kurzerhand zum Versorgungszentrum umfunktioniert wurde, musste das dortige Corona-Testzentrum ab dem Nachmittag vorübergehend geschlossen werden.

Begonnen hatte der Einsatz gegen 14 Uhr. Wie es zu dem Ausfall der insgesamt drei Abwasserpumpen kam, war unklar. Am Sonnabendmorgen wurde eine Pumpe wieder ans Laufen gebracht sowie für eine zweite Pumpe ein neuer Motor eingebaut. Der aus dem Abwasser absorbierte Kraftstoff wurde derweil in Containern gelagert, die anschließend von einer Fachfirma auf dem Festland entsorgt werden sollten.

( jdr/dpa )