Verkehrssicherheit

Hamburger Polizei schafft vier weitere mobile Blitzer an

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Hamburgs Innensenator Andy Grote (rechts) stellte den neuesten Blitzanhänger der Polizei vor.

Hamburgs Innensenator Andy Grote (rechts) stellte den neuesten Blitzanhänger der Polizei vor.

Foto: André Zand-Vakili

Innensenator Andy Grote stellt neues Gerät vor. Bußgeldeinnahmen steigen kräftig. Doch auch die Attacken gegen die Blitzer nehmen zu.

Hamburg. Es ist der neueste von vier Blitzanhängern, den die Polizei in Dienst stellt. An der Eimsbütteler Bogenstraße, nahe der dortigen Schule, präsentierte Innensenator Andy Grote (SPD) am Donnerstag die aktuellste der mobilen Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen. Damit sind nun zwölf dieser Geräte im Einsatz, 20 sollen es werden.

„Die Technik ist echter Gamechanger“, freute sich Grote. „Wir sind deutlich schlagkräftiger geworden.“ Noch nie sei die Polizei in der Lage gewesen, so „flexibel und überraschend“ an Orten Geschwindigkeitsmessungen durchzuführen, an denen „auch der routinierte Hamburger Autofahrer nicht damit rechnet“.

Bußgeldstelle kommt mit der Bearbeitung kaum hinterher

Und auch das verriet der Senator: Die mobilen Blitzer sorgen für eine „Knöllchenflut“ nie da gewesenen Ausmaßes. So sei nicht die Bestellung neuer Blitzer das Problem. Es fehle eher an Personal. Und dabei geht es nicht nur um die Mitarbeiter, die die Geräte aufstellen und bedienen. „Die Bußgeldstelle kommt bei den ganzen Vorgängen kaum noch hinterher“, so Grote.

In Zahlen: Konnten 2019 innerhalb eines Quartals noch rund 1500 Messstunden mit den Geräten erzielt werden, so waren es Ende 2020 gut 14.000 Messstunden. Die Zahl der Blitzanhänger erhöhte sich in dem Zeitraum von zwei auf acht.

7,3 Millionen Euro an Einnahmen durch die Blitzer

Die Kasse klingelt. Im Dezember vergangenen Jahres brachten die mobilen Blitzer 983.599 Euro und zwölf Cent an Bußgeldern ein. Über das gesamte Jahr waren es über 7,3 Millionen Euro. Bei Kosten von 160.000 Euro pro Gerät ein echter Bringer.

Vielleicht auch deshalb betont Grote, dass die Geräte vor allem an „besonders geschützten Orten“, etwa Kindergärten oder Schulen zum Einsatz kommen - zumindest in mehr als 50 Prozent der Fälle. Aber auch zur Überwachung von temporären Tempo 30-Zonen, bei denen es um Lärmschutz geht, sollen die mobilen Blitzanhänger vermehrt verwendet werden.

Attacken gegen Blitzer häufen sich

Die Autofahrer nehmen es nicht immer mit störrischer Ergebenheit. Mehrmals in der Woche werden Blitzanhänger an Hamburgs Straßen Ziel von Attacken. Meistens werden die Scheiben der gepanzerten Anlagen mit Farbe beschmiert. Dann rückt ein Team mit einer speziellen Reinigungsflüssigkeit aus. In anderen Fällen wurden die Blitzer aber auch schon mal mit brennbarer Flüssigkeit übergossen und dann angezündet.

( zv )

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