Wilhelmsburg/Rotherbaum

Gar nicht "Smart": 18-Jähriger flüchtet vor Polizei

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Kleines Auto, große Wirkung: Mit so einem Smart wollte sich der 18-Jährige absetzen (Symbolbild).

Kleines Auto, große Wirkung: Mit so einem Smart wollte sich der 18-Jährige absetzen (Symbolbild).

Foto: picture alliance

Der Teenager – und auch ein 42-Jähriger – stellten fest, dass die Flucht vor der Polizei im Film viel einfacher ist als im realen Leben.

Hamburg. Natürlich möchte man alles, was man neu gekauft hat, auch gleich ausprobieren. Nur sollte man a) auch fähig und b) befugt dazu sein – besonders, wenn es um ein Auto geht.

Ein 18-Jähriger, der am Donnerstagmittag in Wilhelmsburg mit einem Smart umherfuhr, erfüllte diese Voraussetzungen genauso wenig, wie ein 42-jähriger Audi-Fahrer, der am gleichen Abend von einem Lichtmast vor dem Bahnhof Dammtor abrupt gestoppt wurde.

Smart-Fahrer ohne Führerschein flüchtet vor Polizei

Der Teenager im Smart war einer Funkstreife aufgefallen, die den jungen Mann gern einer Verkehrskontrolle unterziehen wollte, wovon dieser aus nicht vollständig unverständlichen Gründen jedoch wenig angetan war. Also nahm der Junge seine gesamte Videospielerfahrung zusammen und versuchte, sich der Kontrolle "durch Flucht zu entziehen" wie es so schön auf Amtsdeutsch heißt.

Die muntere Verfolgungsjagd führte durch diverse Straßenzüge, die Beamten beobachteten mehrere Beinaheunfälle und eine gekonnt ignorierte rote Ampel, bevor die Physik schließlich eingriff: Der 18-Jährige verlor die Kontrolle über den Smart, schleuderte gegen einen am Straßenrand geparkten VW und beschädigte einen geparkten BMW, als er die Tür aufriss und erneut zur Flucht ansetzte – diesmal zu Fuß.

Auch dieser Versuch war von wenig Erfolg gekrönt: Schon kurze Zeit später hatten die Polizisten ihn eingeholt. Danach wurde auch klar, warum die Aussicht auf eine Verkehrskontrolle zu so panischem Verhalten geführt hatte: Der Wagen gehört zwar dem 18-Jährigen, ist aber nicht versichert, die Kennzeichen sind als gestohlen gemeldet – und einen Führerschein hat der junge Mann auch nicht. Es steht zu erwarten, dass er so schnell auch keinen bekommen wird.

Betrunkener Unfallfahrer versteckt sich bei McDonalds

Wenige Stunden später, vor dem Dammtor-Bahnhof: Ein 42 Jahre alter Audi-Fahrer hatte es immerhin bis zur Kreuzung Alsterglacis/Mittelweg/Theodor-Heuss-Platz geschafft. Dann war entweder das Zielwasser alle oder es hat erst richtig angeschlagen: Den eigentlich nur schwer zu übersehenden Lichtmast auf der Kreuzung erwischte der Autofahrer mit seinem Audi frontal.

Diversen Airbags ist zu verdanken, dass er sich bei dem Aufprall nicht verletzte. Bei seinem anscheinend ziemlich umwölkten Gehirn wiederum darf der Mann sich für die nächste Idee bedanken: Er stieg aus und verzog sich in die McDonalds-Filiale im Bahnhof. Ob der Unfall einen Anfall von Heißhunger auslöste oder ob er nur meinte, dort ein gutes Versteck gefunden zu haben, ist nicht bekannt.

Lichtmast zeigt sich von Audi unbeeindruckt

Jedenfalls machte ein Zeuge ihm einen Strich durch jede Rechnung, die der Audi-Fahrer zuvor aufgestellt haben könnte. Er alarmierte die Polizei und hielt den Mann bis zum Eintreffen der Beamten fest. Weil es klare Anzeichen dafür gab, dass der Mann betrunken war, wurde die Entnahme einer Blutprobe angeordnet.

Von seinem Führerschein dürfte sich der Mann vorerst verabschieden müssen. Der Lichtmast zeigte sich von dem Aufprall übrigens gänzlich unbeeindruckt, der Audi hingegen dürfte seine nächste Fahrt nur noch auf den Schrottplatz antreten. In beiden Fällen wurden weder die tollkühnen Bruchpiloten noch Unbeteiligte verletzt, es blieb bei Sachschaden.

( josi )

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