Neue Erkenntnisse

Am Tag vor Tod des Ehepaars in Drage: Trennung vor Gericht

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In der Gemeinde Drage kommt ein Ehepaar gewaltsam ums Leben. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann erst seine Frau umbrachte.

Drage. Nach dem gewaltsamen Tod eines Ehepaars in Drennhausen in der Gemeinde Drage an der Elbe hat die Polizei die Ermittlungen im Umfeld der Toten abgeschlossen. "Die Befragungen von Verwandten und Bekannten ergaben, dass das Paar, das bislang polizeilich nicht in Erscheinung getreten war, sich seit einigen Monaten im Prozess der Trennung befand", teilte Polizeisprecher Jan Krüger mit.

Ein Verwandter hatte das Ehepaar am Vortag leblos in dem Haus aufgefunden. Nach Polizeiangaben deutet die Spurenlage darauf hin, dass der Ehemann (57) in der Nacht zum Dienstag erst seine Frau (56) mit einem scharfen Gegenstand tödlich verletzt habe. Anschließend habe er sich selbst das Leben genommen. Hinweise auf die Beteiligung weiterer Personen gebe es nicht. Die Polizei vermutet in dem Komplex der Trennung das Tatmotiv des 57-Jährigen.

Ehepaar stirbt in Drage – einen Tag nach Gerichtstermin

Einen Tag vor dem gewaltsamen Tod hatte es einen Trennungstermin vor dem Familiengericht gegeben. Wie das Amtsgericht Winsen/Luhe mitteilte, wollten beide, dass der andere aus der gemeinsamen Wohnung auszieht. In dem sogenannten Wohnungszuweisungsverfahren gab es wechselseitige Anträge, dass der andere Ehegatte ihm die Wohnung zur alleinigen Benutzung überlässt. Das Familiengericht traf im Rahmen der mündlichen Verhandlung keine Entscheidung, sondern beraumte einen Termin für die Verkündung an, hieß es.

Weder aus dem Inhalt der Akten des Verfahrens noch aus der Verhandlung hätten sich Hinweise oder Ankündigungen für einen bevorstehenden Suizid, ein Tötungsdelikt oder eine Gewalttat ergeben, schrieb das Gericht in einer Mitteilung. Die Verhandlung sei ruhig und geordnet verlaufen, ohne Besonderheiten wie aggressives oder bedrohliches Verhalten.

Drama um verschwundene Familie in Drage

In Drage war im Sommer 2015 eine Familie verschwunden. Der Ehemann wurde tot aus der Elbe geborgen, seine Frau und Tochter fand man nicht. Alle Hinweise deuteten darauf hin, dass es in der Beziehung Spannungen gegeben habe und der Mann zunächst seine Familie und danach sich selbst getötet habe, sagte Krüger. Es gingen immer noch Hinweise ein, die überprüft würden. "Es gibt aber keinen neuen Stand, wir ermitteln auch nicht aktiv", erklärte Krüger.

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( dpa/ras/HA )