Pinneberg

Pflegebedürftige Mutter getötet: Sohn muss in Psychiatrie

Der Fall aus Pinneberg ist ungewöhnlich: Ein schizophrener Mann hat seine ebenfalls schizophrene und pflegebedürftige Mutter erstickt (Symbolbild).

Der Fall aus Pinneberg ist ungewöhnlich: Ein schizophrener Mann hat seine ebenfalls schizophrene und pflegebedürftige Mutter erstickt (Symbolbild).

Foto: Michael Rauhe

41-Jähriger erstickte schizophrene Mutter. Der Mann ist selbst an Schizophrenie erkrankt und war mit der Pflege völlig überfordert.

Itzehoe. Ein 41 Jahre alter Mann hat nach Überzeugung des Landgerichts Itzehoe seine pflegebedürftige Mutter erstickt und soll dafür erst in eine psychiatrische Klinik und dann ins Gefängnis. Die Schwurgerichtskammer verurteilte ihn am Montag wegen Totschlags. Der Fall aus Pinneberg ist ungewöhnlich: Die Mutter war an Schizophrenie erkrankt, der Sohn ist es ebenso. Beide konnten sich kaum verständigen, weil die 71-Jährige eine Sprache sprach, die ihr Sohn nicht verstand.

Der Mann war Ende 2017 in die kleine Wohnung der Mutter gezogen, um sie zu pflegen, war damit aber völlig überfordert und bekam trotz des Einsatzes von Pflegedienst und Betreuer sowie gerichtlicher Interventionen keine ausreichende Unterstützung. Zu der Tat kam es im Mai 2020.

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Die Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre Freiheitsstrafe und Unterbringung in der Psychiatrie gefordert, der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert. Der 41-Jährige hatte die Tat zunächst zugegeben, vor Gericht dann aber abgestritten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (Az. 5 Ks 315 Js 1411/20)

( dpa )

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