Altona

Illegale Poker-Runde im ehemaligen "Club 77" aufgeflogen

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In Altona ist am Wochenende eine illegale Poker-Runde aufgeflogen – dabei stellte die Polizei insgesamt 22.000 Euro sicher (Symbolbild).

In Altona ist am Wochenende eine illegale Poker-Runde aufgeflogen – dabei stellte die Polizei insgesamt 22.000 Euro sicher (Symbolbild).

Foto: imago/Panthermedia

Polizei stellte 22.000 Euro Bargeld in den Räumlichkeiten sicher. Auch Verstöße gegen die Corona-Verordnung festgestellt.

Hamburg. Ein anonymer Tipp hat in Altona am Wochenende eine illegale Poker-Runde auffliegen lassen. Polizisten stießen in den Räumen des ehemals berüchtigten "Club 77" auf 22 "Zocker", die um hohe Summen pokerten.

Illegale Poker-Runde im "Club 77" in Altona aufgeflogen

Die Beamten stellten bei dem Einsatz eine größere Summe Bargeld sicher. Es wird nun wegen illegalem Glücksspiel ermittelt. Außerdem gab es Ordnungswidrigkeitsanzeigen wegen des Verstoßes gegen die Corona-Eindämmungsverordnung.

Ein Hinweis zu der illegalen Poker-Runde ging am späten Sonnabend telefonisch bei der Polizei ein. Kurz vor Mitternacht stürmte die Polizei dann den Laden. Vor Ort soll an mehreren Tischen gespielt worden sein, so die Polizei.

Über 10.000 Euro in Kellerschrank versteckt

Bei den Spielern wurden Geld und jede Menge Pokerchips gefunden. Insgesamt stellte die Polizei rund 22.000 Euro Bargeld sicher. Fast die Hälfte der Summe entdeckten die Beamten im Keller in einem Schrank. Niemand der 22 Männer will Besitzer des Geldes gewesen sein. Außerdem wurde bei der Durchsuchung bei zwei der Spieler eine kleinere Menge Drogen sichergestellt.

Zwei 29 und 48 Jahre alte Männer wurden von den Beamten als Veranstalter der "Zocker-Runde" identifiziert. Gegen sie läuft jetzt ein Strafverfahren. Nach der Überprüfung konnten alle Beteiligten und die beiden Veranstalter gehen.

Veranstalter mieteten Club nur für "Zocker-Nacht"

Die Ermittlungen ergaben, dass die beiden Männer, die im normalen Leben in Leitungsebenen in Unternehmen arbeiten, den ehemaligen "Club 77" nur für diese "Zocker-Nacht" angemietet hatten.

Über Jahre war der "Club 77" als Gangster-Treff verschrien. Seine Geschichte ist mit viel Blut geschrieben. 1988 wurden dort zwei Kurden erschossen, die aus dem Frankfurter Milieu stammten. Auslöser war damals ein Streit um Prostituierte.

Schießereien, Schlägereien Messerstechereien im "Club 77"

In dem kommenden Jahrzehnt kam es immer wieder zu Schießereien, Schlägereien Messerstechereien mit Toten und Verletzten. Die Polizei führte mehrfach Razzien durch.

1998 wurde Club-Chef Nevzat A., auch "der schöne Italiener" genannt, nur ein paar Hundert Meter vom Club entfernt tot im Kofferraum seines AMG-Mercedes gefunden. Er war mit einem Kopfschuss regelrecht hingerichtet worden.

Club-Chef und seine Freundin wurden erschossen

Seine Freundin entdeckte die Polizei tot im Appartement neben dem Club. Auch sie war erschossen worden. Die Mörder raubten 400.000 Mark. Die Tat wurde, wie auch schon der Doppelmord 1988, nie aufgeklärt. Auch das Geld, das 1988 bei dem Doppelmord erbeutet wurde, blieb verschwunden.

In den folgenden Jahren führten neben dem Bruder von Nevzat A. immer wieder Handlanger oder neue Inhaber den Club. Vor ein paar Jahre, nachdem es ruhig um das Etablissement geworden war, machte der "Club 77" endgültig zu.

( zv )

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