Großeinsatz in Hamburg

Hanfplantage explodiert: Polizei nimmt Verdächtige fest

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Detonation hatte die Fassade des Wohnhauses gesprengt. Beamte fassen am Abend einen zweiten Mann – er war betrunken.

Hamburg. Nach der massiven Explosion in einem Mehrfamilienhaus in Barmbek hat die Polizei Hamburg noch am Montagabend einen zweiten Verdächtigen festgenommen. Die Männer im Alter von 32 und 39 Jahren stehen im Verdacht, die Detonation auf ihrer illegalen Hanfplantage herbeigeführt zu haben.

Sie "benutzten zur Herstellung von Betäubungsmitteln offenbar unsachgemäß Chemikalien, die zur Explosion führten", teilte Polizeisprecherin Evi Theodoridou mit. Die Plantage haben die beiden Männer in der Mietwohnung in einem Klinkerbau am Eckmannsweg betrieben.

Explosion in Hanfplantage sprengte Fassade auf die Straße

Am Montagmittag kam es im dritten Geschoss zur Explosion: Durch die Druckwelle war ein Teil des Mauerwerks im Bereich der Fassade nach außen gedrückt und Wände in der Wohnung verschoben worden. Trümmerteile fielen auf die Straße.

„Teile der Klinkerfassade wurden bis zur gegenüberliegenden Straßenseite geschleudert“, hatte Feuerwehrsprecher Martin Schneider gesagt. „Fast die ganze Küche lag unten.“

Bundespolizei greift zweiten Mann am Hauptbahnhof auf

Die beiden Männer wurden dabei verletzt. Während der 32-Jährige noch vor Ort von einem Notarzt versorgt und schwerverletzt in ein Krankenhaus gebracht wurde, sei der 39-Jährige zunächst mit einem Fahrrad geflüchtet.

Erst am Abend um 18.55 Uhr fiel Beamten der Bundespolizei am Hauptbahnhof ein Mann mit Brandverletzungen an Hals und Händen auf. Sie nahmen ihn fest und brachten ihn in ein Krankenhaus. Zusätzlich zu seinen Verletzungen war der Mann betrunken: Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 2,19 Promille.

Wohnhaus nach Explosion unbewohnbar

Das Wohnhaus wurde nach der Explosion evakuiert, der betroffene Gebäudeteil gilt nun als einsturzgefährdet. Zur Überprüfung und Absicherung des Gebäudes wurden ein Baustatiker und das Technische Hilfswerk hinzugezogen.

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Insgesamt lebten in dem Haus zwölf Mietparteien, die zurzeit nicht in ihre Wohnungen zurückkehren können. Nun soll geklärt werden, ob und inwieweit schnell Ersatzwohnungen für die betroffenen Mieter beschafft werden können.

In der Wohnung des 32 Jahre alten Beschuldigten hat die Polizei außerdem einen Kampfhund entdeckt, der in die Obhut eines Tierheims übergeben wurde. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen seien die beiden Männer mangels Haftgründen entlassen worden, teilte Theodoridou mit. Die Ermittlungen, insbesondere zur Explosionsursache, dauern an.