Hamburg

Hanfplantage in Barmbek explodiert? Ein Schwerverletzter

Der Schaden am Haus war immens.

Der Schaden am Haus war immens.

Foto: Imago/Blaulicht News

Nach Wucht der Detonation ist das Gebäude einsturzgefährdet. Mehrfamilienhaus wurde evakuiert. Verdächtiger flüchtet auf Fahrrad.

Hamburg. Bange Minuten für Anwohner einer kleinen Straße in Hamburg-Barmbek: Bei einer heftigen Explosion in einer Wohnung ist am Montagmittag erheblicher Sachschaden entstanden. Fenster barsten, Teile der Fassade wurden auf die Straße gesprengt. Bislang ist von einer schwer verletzten Person die Rede.

Nach Abendblatt-Informationen handelt es sich um einen 39 Jahre alten Mann. Er hat nach Angaben von Feuerwehrsprecher Martin Schneider Verbrennungen zweiten Grades erlitten und kam sofort ins Krankenhaus. Eine weitere Person aus der Wohnung soll auf einem Fahrrad geflüchtet sein, sich ebenfalls verletzt haben. Nach ihm wird gesucht.

Hinweise auf Explosion in Hanfplantage verdichten sich

Ein Großaufgebot der Feuerwehr war am Eckmannsweg in der Nähe des Ring 2 im Einsatz. Die Energieversorger hatten bestätigt, dass kein Gasanschluss in der Wohnung liege. Was genau die "massive Explosion" ausgelöst hat, wird noch ermittelt.

Der naheliegende Verdacht, dass Gas ausgetreten und verpufft sein könnte, zerschlug sich nach Rücksprache mit dem Energieversorger jedoch schnell: Im gesamten Gebäude waren keine Gasleitungen verlegt.

Explosion in einer Wohnung in Barmbek

Vor Ort hieß es von Polizisten, man gehe davon aus, dass in der Wohnung Drogen verarbeitet worden seien. Am Nachmittag verdichteten sich die Hinweise auf eine Hanfplantage. Möglicherweise könnte Düngemittel explosiv reagiert haben.

Als eine mögliche Ursache gilt der unsachgemäße Gebrauch oder die schlampige Lagerung von chemischen Düngemitteln, die für die Aufzucht der profitablen Pflänzchen benötigt wurden. Welch katastrophale Folgen Düngemittel-Explosionen haben können, zeigte sich im August dieses Jahres, als in Beirut fast 3000 Tonnen gelagertes Ammoniumnitrat in die Luft flogen: Der gesamte Hafen wurde dabei vernichtet, weite Teile der Stadt schwer beschädigt.

Mittäter des Schwerverletzten auf der Flucht?

Der 39-Jährige, so heißt es, soll mit seinem Nachbarn zusammen eine Plantage angelegt haben, bei der geflüchteten Person könnte es sich um den Mittäter des Schwerverletzten handeln.

Baustatiker wurden ebenfalls laut Feuerwehrsprecher hinzugezogen. Der Bereich um den betroffenen Aufgang des Mehrfamilienhauses im Stadtteil ist demnach einsturzgefährdet. Fünf Bewohner aus sechs Wohnungen mussten das Gebäude verlassen. Die Explosion war so heftig, dass selbst Risse in den Wänden zu Nachbarwohnungen entstanden. Ganze Wände hätten sich verschoben, so die Feuerwehr. Das Gebäude müsse gesichert werden, das THW wurde hinzugezogen.