Hamburg

Schlag gegen Schwarzarbeiterbande: 10 Millionen Euro Schaden

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Erfolg gegen  eine Schwarzarbeiterbande: Der Hamburger Zoll stellte zwei Luxusautos sicher.

Erfolg gegen eine Schwarzarbeiterbande: Der Hamburger Zoll stellte zwei Luxusautos sicher.

Foto: Hauptzollamt Hamburg

Zwei Männern wird vorgeworfen, als Betreiber mehrerer Servicegesellschaften Beihilfe zum Sozialversicherungsbetrug geleistet zu haben.

Hamburg. Dem Hamburger Zoll ist ein Schlag gegen eine Schwarzarbeiterbande gelungen. „Dieser wird vorgeworfen, ein System von organisierter Schwarzarbeit betrieben und dabei einen Schaden an Steuern und Sozialabgaben von weit über zehn Millionen Euro verursacht zu haben", sagte Kristina Severon, Sprecherin des Hauptzollamts Hamburg am Dienstag. Gegen die Tätergruppe werde bereits seit Ende 2018 ermittelt.

Bereits am vergangenen Donnerstag haben rund 20 Zoll-Mitarbeiter in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Hamburg und der Polizei zwei Personen in deren Wohnungen in Hamburg festgenommen. Diese befinden sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Jenfeld und in Horn. Den 31 und 33 Jahre alten Männern wird vorgeworfen, als Betreiber von mehreren Servicegesellschaften in bandenmäßiger Struktur Beihilfe zum Sozialversicherungsbetrug geleistet zu haben, heißt es in der aktuellen Mitteilung des Zolls.

Schwarzarbeiterbande – Beschäftigungsverhältnisse wurden verschleiert

Die Servicegesellschaften waren demnach als Rechnungssteller eines Unternehmens tätig, das für Hamburger Logistikunternehmen und "einen namenhaften Lebensmittelhändler" im großem Umfang Pack- und Sortierarbeiten durchgeführt hat. Um welchen Lebensmittelhändler es sich handelt, dazu macht das Hauptzollamt keine Angaben. "Aber dort gehen viele Menschen einkaufen", sagte Severon dem Abendblatt. Der Lebensmittelhändler spiele in der Liga von Aldi und Edeka.

Die Servicegesellschaften haben nach Angaben des Zolls daran mitgewirkt, die tatsächlichen "Beschäftigungsverhältnisse zu verschleiern, verfälschte Belege vorzuhalten und den Finanzbehörden über steuerlich erhebliche Tatsachen unrichtige Angaben zu machen". Allein durch die unterbliebene Abführung der Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung ist ein Schaden von über 2,3 Millionen Euro entstanden. "Den Finanzämtern sind nach bisherigen Ermittlungen durch falsche Steuererklärungen Einnahmen von mehr als 600.000 Euro entgangen", teilte der Zoll mit.

Vermögensarrest und zwei Luxusautos sichergestellt

Da sich die beiden Beschuldigten somit unrechtmäßig bereichert haben, vollstreckte der Zoll bei einem der Männer einen Vermögensarrest über 670.000 Euro und stellte unter anderem zwei Luxusautos sicher. Dabei handelt es sich um einen Mercedes und einen Volvo. Auch ein Bargeldspürhund des Zolls war im Einsatz. Die 31 und 33 Jahre alten Männer wurden in die Untersuchungshaftanstalt gebracht. "Beide sind mit verschiedenen Delikten vorbestraft", sagte Oberstaatsanwältin Nana Frombach dem Abendblatt.

( coe )

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