Hamburg

Großbrand Wilhelmsburg: Feuerwehr seit fünf Tagen im Einsatz

Auch nach Tagen sind Hamburger Feuerwehrleute in der ausgebrannten Lagerhalle in Wilhelmsburg im Einsatz.

Auch nach Tagen sind Hamburger Feuerwehrleute in der ausgebrannten Lagerhalle in Wilhelmsburg im Einsatz.

Foto: André Zand-Vakili / HA

Der Lagerhallenbrand ist einer der langwierigsten Feuerwehr-Einsätze der vergangenen Jahre. Löscharbeiten auch am Donnerstag.

Hamburg. Ein Flammenmeer, mehrere Explosionen und immer wieder auflodernde Glutnester: Der Großbrand in einer rund 800 Quadratmeter großen Lagerhalle in Wilhelmsburg entwickelt sich zu einem der langwierigsten Einsätze, den die Hamburger Feuerwehr in den vergangenen Jahren bewältigen musste. Auch Donnerstag, fünf Tage nach dem Ausbruch des Feuers, sind immer noch Einsatzkräfte vor Ort.

"Insgesamt waren in den vergangenen Tagen bereits 400 Einsatzkräfte mit dem Brand beschäftigt", sagte Feuerwehrsprecher Martin Schneider am Donnerstag. "Das wird uns auch noch eine ganze Zeit beschäftigen." Das Problem ist demnach, dass die Lagerhalle komplett unterkellert und einsturzgefährdet ist – im Keller, wo auch Maschinen und Verpackungsmaterialien lagerten, glimmen jedoch immer wieder Glutnester auf.

Großbrand in Wilhelmsburg: Feuerwehr immer noch vor Ort

In das zum Teil bereits eingestürzte Gebäude können jedoch keine Einsatzkräfte, weil das viel zu gefährlich wäre. Nur ein Außenangriff ist möglich. Zunächst wurde es mit Wasser versucht, dann mit Tausenden Litern Schaum. "Dieser hat gute Wirkung gezeigt, kommt jedoch auch nicht in jede Ecke", so Schneider. Zudem sacke der Schaum nach einer gewissen Zeit ab. "So entsteht immer wieder Rauch durch die Glutnester", sagte der Feuerwehrspercher.

Hinzu kommt: Im Keller befinden sich einige Kubikmeter Wasser. Inwieweit das Löschwasser jedoch durch Brandgut kontamiert ist, ist noch unklar. "Davon hängt ab, ob das Wasser in die Elbe gepumpt werden kann oder als Sondermüll gilt", sagt Schneider. Am frühen Donnerstagnachmittag waren 13 Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort.

Explodierende Gasflaschen und kilometerweit wahrnehmbarer Rauch

Alarmiert worden war die Feuerwehr am Sonnabend gegen 22 Uhr. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand die Halle bereits voll in Flammen. Über dem Stadtteil hing stundenlang eine große Rauchwolke, per Warn-App wurden die Anwohner dazu aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Noch Kilometer weiter am anderen Elbufer konnte man den Brandgeruch riechen. Propangasflaschen waren explodiert, die im Keller eingelagerten Kartons und Textilien hatten großflächig Feuer gefangen.

Besondere Schwierigkeiten bereitete schon am Wochenende das Untergeschoss der vollständig unterkellerten Halle: Zunächst hatte sich der Brand dort unkontrollierbar ausgebreitet, dann waren Teile der Halle eingestürzt, so dass kein sicherer Zugang zum Untergeschoss mehr möglich war. "Nach über acht, neun Stunden Feuer und Löschwasser von oben und unten konnten wir die Statik des Gebäudes nicht mehr garantieren“, sagte ein Sprecher am Sonntag.

Am Sonntagnachmittag hatte die Feuerwehr den kompletten Keller mit Löschschaum geflutet und so den Brandherd dort unter Kontrolle gebracht – doch vollständig gelöscht ist das Feuer nach wie vor noch nicht. Weil es keine Zugangsmöglichkeiten zum Keller mehr gibt, wurde am Montag damit begonnen, mit einem Bagger Löcher in den Boden zu reißen, um weiter Löschschaum einbringen zu können.