Hamburg

Lagerhallenbrand wahrscheinlich nicht vor Dienstag gelöscht

Auch mehr als 40 Stunden nach Einsatzbeginn sind Feuerwehrleute in der ausgebrannten Lagerhalle in Wilhelmsburg im Einsatz.

Auch mehr als 40 Stunden nach Einsatzbeginn sind Feuerwehrleute in der ausgebrannten Lagerhalle in Wilhelmsburg im Einsatz.

Foto: André Zand-Vakili / HA

Der Großbrand in Wilhelmsburg entwickelt sich zu einem der langwierigsten Feuerwehr-Einsätze der vergangenen Jahre.

Hamburg. Mehrere Explosionen, ein Flammenmeer und immer wieder auflodernde Glutnester: Der Großbrand in einer rund 800 Quadratmeter großen Lagerhalle in Wilhelmsburg entwickelt sich zu einem der langwierigsten Einsätze, den die Hamburger Feuerwehr in den vergangenen Jahren bewältigen musste. Die Einsatzleitung rechnet nicht damit, dass der Brand vor Dienstag endgültig gelöscht ist.

Alarmiert worden war die Feuerwehr am Sonnabend gegen 22 Uhr, bis Montagnachmittag waren insgesamt rund 300 Einsatzkräfte mit dem Großfeuer beschäftigt. Die Beamten werden etwa alle vier Stunden durchgetauscht. "Aktuell sind wir noch mit einer reduzierten Zahl an Kräften im Einsatz", sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Montagnachmittag.

Keller der ausgebrannten Lagerhalle bereitet weiter Probleme

Besondere Schwierigkeiten bereitet das Untergeschoss der vollständig unterkellerten Halle: Zunächst hatte sich der Brand dort unkontrollierbar ausgebreitet, dann waren Teile der Halle eingestürzt, so dass kein sicherer Zugang zum Untergeschoss mehr möglich war. „Nach über acht, neun Stunden Feuer und Löschwasser von oben und unten konnten wir die Statik des Gebäudes nicht mehr garantieren“, erklärte ein Sprecher am Sonntag.

Am Sonntagnachmittag hatte die Feuerwehr den kompletten Keller mit Löschschaum geflutet und so den Brandherd dort unter Kontrolle gebracht – doch vollständig gelöscht ist das Feuer noch nicht. Weil es keine Zugangsmöglichkeiten zum Keller mehr gibt, wurde am Montag damit begonnen, mit einem Bagger Löcher in den Boden zu reißen, um weiter Löschschaum einbringen zu können. Ein Statiker sowie eine Abrissfirma sind vor Ort.

Explodierende Gasflaschen und kilometerweit wahrnehmbarer Rauch

Beim Eintreffen der Feuerwehr am Sonnabendabend hatte die Halle bereits voll in Flammen gestanden. Über dem Stadtteil hing stundenlang eine große Rauchwolke, per Warn-App wurden die Anwohner dazu aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Noch Kilometer weiter am anderen Elbufer konnte man den Brandrauch riechen.

Unter anderem durch die Vielzahl der in der Halle gelagerten Waren wurde der Einsatz von Beginn an erschwert: Propangasflaschen explodierten, die im Keller eingelagerten Kartons und Textilien fingen großflächig Feuer. Am Rand des Brandortes verschmorte ein Stromkasten, sprühte Funken und gefährdete Einsatzkräfte zusätzlich.

Die Ursache des Großfeuers und die Schadenshöhe sind bisher nicht bekannt – die Polizei hat die Ermittlungen übernommen.