Landgericht Hamburg

Nach Messerattacke auf Ex-Freundin: elfeinhalb Jahre Haft

Am Landgericht Hamburg wurde am Donnerstag Zeljko M. nach einer Messerattacke auf seine Ex-Freundin zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

Am Landgericht Hamburg wurde am Donnerstag Zeljko M. nach einer Messerattacke auf seine Ex-Freundin zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

Foto: Christian Charisius/dpa

Der 44-Jährige stach zuerst auf die Frau, dann auf einen Nachbarn ein. Nun wurde er am Landgericht Hamburg verurteilt.

Hamburg. Die Kinder schliefen im Raum nebenan, der drei Jahre alte Sohn des Ex-Paares und dessen acht Jahre alter Cousin, als Zeljko M. auf seine ehemalige Freundin und deren Nachbarn einstach. Beide überlebten, aber es war knapp. Jetzt hat das Landgericht den 44-Jährigen wegen versuchten Doppelmordes und weiterer Taten zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Vorsitzende Richter Joachim Bülter sprach bei der Urteilsverkündung am Donnerstag von einem „katastrophalen Tatgeschehen“.

Nach den Feststellungen des Gerichts lauerte der 44-Jährige aus Eifersucht und gekränktem Ehrgefühl unter Drogeneinfluss seiner Ex-Freundin in der Nacht vom 12. auf den 13. Oktober 2019 vor der Terrasse ihrer Wohnung an der Bissingstraße auf. Als sie nach draußen ging, um zu rauchen, drängte er sie ins Wohnzimmer und stach dort mehrmals mit einem Messer auf sie ein.

Täter stach auch auf den Nachbarn ein

Ihr Nachbar, zu Besuch und gerade auf der Toilette, eilte mit teilweise heruntergelassener Hose zum Tatort, um ihr zu helfen. Bei dem Angeklagten erweckte dies den Eindruck, dass seine Ex-Freundin und der 62-Jährige ein intimes Verhältnis hatten – was aber gar nicht stimmte. Daraufhin stach er auch auf ihn ein. Im Glauben, der Frau tödliche Verletzungen beigefügt zu haben, flüchtete Zeljko M. Beide Opfer mussten notoperiert werden, leiden noch immer unter den Folgen, seelisch wie körperlich.

Wochen vor der Tat hatte der Angeklagte die 32-Jährige mehrmals geschlagen und beleidigt. Auslöser dafür war die irrige Annahme, sie würde ihn mit anderen Männern betrügen. Gegen die von ihr erwirkte gerichtliche Gewaltschutzanordnung verstieß Zeljko M. sechsmal. Die Tat sei auch Ausdruck des überzogenen Dominanzverhaltens des im wesentlichen geständigen Angeklagten. „Sie haben immer beteuert, wie sehr Sie die Geschädigte geliebt haben“, sagte Richter Bülter. „Nur mit Liebe haben ihre Taten nichts aber auch gar nichts zu tun.“