Neugraben-Fischbek

"Extrem gefährlich": Fliegerbombe erfolgreich entschärft

Am Montagnachmittag wurde eine Fliegerbombe im Hamburger Stadtteil Neugraben-Fischbek auf dem Gelände eines Wasserwerks gefunden.

Am Montagnachmittag wurde eine Fliegerbombe im Hamburger Stadtteil Neugraben-Fischbek auf dem Gelände eines Wasserwerks gefunden.

Foto: HA / André Zand-Vakili

Sprengmeister und 570 Anwohner können aufatmen: Die komplexe Entschärfung des ungewöhnlichen Blindgängers ist vollzogen.

Hamburg. Die auf dem Gelände eines Wasserwerks im Falkenbergsweg in Neugraben-Fischbek gefundene Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist am frühen Dienstagmorgen entschärft worden. Die zwei Zünder des rund 250 Kilogramm schweren Blindgängers seien vom Kampfmittelräumdienst herausgenommen und um 4.46 Uhr gesprengt worden, sagte ein Sprecher der Hamburger Feuerwehr. Die Sprengung sei "extrem gefährlich" gewesen.

Rund 570 Menschen, die ihre Wohnungen zwischenzeitlich verlassen mussten, konnten wieder nach Hause zurückkehren. Die Entschärfung dauerte rund vier Stunden. Die Vorbereitungen für den Einsatz waren kompliziert, weil es sich um eine deutsche Bombe handelte, wie die Feuerwehr auf Twitter mitteilte.

Deutsche Weltkriegsbombe in Neugraben hatte zwei Zünder in der Mitte

Normalerweise werden in Hamburg englische oder US-amerikanische Bomben gefunden, die sich in ihrer Bauart stark von den deutschen unterscheiden. Deutsche Weltkriegsbomben wurden üblicherweise mit einer Ausbausperre versehen, sodass sie beim Entschärfen explodieren.

Bei diesem Fund handelte es sich um eine "bezünderte 500-LBS-Bombe" in "rostigem Zustand". Das Exemplar war mit zwei elektrischen Zündern augestattet, die in der Mitte des Bombenkorpus eingebaut waren. Entschärfer und Sprengmeister haben die Hochdruck-Wasserschneidanlage noch in der Nacht so verändert und angepasst, dass die Zünder aus der Mitte herausgefräst werden konnten.

Anwohner aus Sperrradius in Notunterkunft untergebracht

Entdeckt worden war die Bombe am Montag gegen 15 Uhr bei routinemäßigen Untersuchungen für den Bau einer Garage. Sie hatte unter dem Fundament eines Gebäudes gelegen, das abgerissen wurde. Für die Entschärfung war ein Sperrradius von 300 Meter festgelegt worden, der evakuiert werden sollte.

Der Warnradius, innerhalb dessen "luftschutzmäßiges Verhalte" galt, betrug 500 Meter. Die 570 betroffenen Personen wurden vorübergehend in der CU Arena Neugraben (Am Johannisland 2-4) untergebracht.

Fundort der Bombe am Wasserwerk bereitete Schwierigkeiten

Schwierigkeiten bereitete neben der Bauart zudem der Fundort. Am Wasserwerk Neugraben verlaufen laut Feuerwehr zwei große Versorgungsleitungen für viele Tausend Haushalte in Hamburgs Südwesten, die nicht ohne weiteres verschlossen oder abgeschaltet werden konnten. Weiterhin verlaufen in unmittelbarer Nähe zwei Hochdruck-Gasversorgungsleitungen. Auch diese mussten vor dem Beginn der Entschärfung verschlossen werden.

Die Entschärfungsmaßnahmen des Kampfmittelräumdienstes seien in diesem Zusammenhang sehr komplex gewesen, teilte die Feuerwehr auf Twitter mit. "Die Arbeiten können sich längere Zeit hinziehen." Die Polizei sperrte dafür den Falkenbergsweg und weitere Straßen im Umfeld. Personen, die von den Maßnahmen der Feuerwehr und Polizei betroffen gewesen sind, wurden vor Ort angesprochen, hieß es weiter. Auch über die Warn-App NINA wurde die Bevölkerung informiert.

Busverkehr in Neugraben-Fischbek beeinträchtigt

Die Hochbahn musste deshalb den Verkehr der Buslinie 240 zwischen Neugraben und Waldfrieden für mehrere Stunden unterbrechen.

Hamburg Wasser nahm den Bombenfund auf dem Gelände des Wasserwerks währenddessen mit einem Augenzwinkern. "Da willst du einfach nur ne Garage bauen und dann so etwas", schrieb das Unternehmen am Nachmittag auf Twitter.