Evakuierung

Heikler Einsatz: Bombe in Schnelsen erfolgreich entschärft

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Vertreter Polizei und Feuerwehr besprechen vor der geplanten Entschärfung einer Fliegerbombe die Lage. Die rund  500 Kilogramm schwere Bombe soll am Dienstagabend um 22 Uhr  in Schnelsen entschärft werden.

Vertreter Polizei und Feuerwehr besprechen vor der geplanten Entschärfung einer Fliegerbombe die Lage. Die rund 500 Kilogramm schwere Bombe soll am Dienstagabend um 22 Uhr in Schnelsen entschärft werden.

Foto: Steven Hutchings/TNN/dpa

500-Kilo-Bombe war bei Bauarbeiten gefunden worden. Weil sie aus dem Boden ragte, war Eile geboten. A7 zeitweise gesperrt.

Hamburg. Bei Bauarbeiten auf einem Grundstück nahe dem Schleswiger Damm in Hamburg-Schnelsen war am Dienstagvormittag bei Sondierungsarbeiten eine Bombe gefunden worden. Der Kampfmittelräumdienst hat den Zünder gegen 23 Uhr nach etwa einer Stunde planmäßig entschärft. Die Sperrung der A7 wurde anschließend wieder aufgehoben.

Zuvor war ein Sperr- und ein Warnbereich rund um den Fundort an der Straße Sassenhoff eingerichtet worden. Es handelte es sich um eine 1000-lbs-Bombe (etwa 500 Kilogramm) englischer Bauart mit Aufschlagzünder aus dem Zweiten Weltkrieg.

Bombenentschärfung in Schnelsen lief nach Plan

"Die Bombe ragte 20 Zentimeter aus dem Boden", sagte Feuerwehrsprecher Dennis Diekmann. Der Kampfmittelräumdienst hatte die Bombe zunächst begutachtet. Wegen der Temperaturschwankungen zur Nacht war Eile geboten, die Bombe musste sofort entschärft werden. Obwohl der Zünder sehr empfindlich war, lief laut Feuerwehr alles nach Plan.

"Für den Sprengmeister Peter Bodes, Leiter des Kampfmittelräumdienstes, war es ein Routineeinsatz. Er hat zunächst den Zünder entfernt und diesen dann gesprengt", sagt Diekmann. Der Knall war im Umkreis deutlich zu hören. Die zwölf Anwohner, die evakuiert wurden, konnten anschließend wieder in ihre Häuser zurückkehren. "Sie waren in der Zeit der Bombenentschärfung privat bei Freunden und Familien untergekommen."

Bombenfund: Sieben Einfamilienhäuser wurden evakuiert

Der Kampfmittelräumdienst und die Feuerwehr waren mit 30 Einsatzkräften vor Ort. Rund um den Fundort der Bombe hatte die Feuerwehr einen Sperrradius von 300 Metern eingerichtet. In diesem Bereich befanden sich hauptsächlich Grünflächen und Wanderwege. Sieben Einfamilienhäuser an der Straße Jägerdamm wurden evakuieren. Auf Twitter hatte die Feuerwehr eine Karte mit den betroffenen Gebieten veröffentlicht.

Im Anschluss wurde im Umkreis von 600 Metern ein Warnbezirk eingerichtet. Evakuierungen gab es dort nicht. Anwohner wurden aber aufgefordert, in den Häusern und Wohnungen zu bleiben und auch nicht mit dem Auto zu fahren.

Abschnitt der A7 war während der Bombenentschärfung gesperrt

In diesem Warnbereich lag auch ein Autobahnabschnitt. Daher musste die A7 für die Dauer der Entschärfung ab der Anschlussstelle Schnelsen-Nord in Richtung Süden und ab dem Autobahndreieck Nordwest in Richtung Norden für etwa eine Stunde gesperrt werden. Ebenso der Schleswiger Damm. Erst nachdem all diese Maßnahmen umgesetzt wurden, konnte der Sprengmeister mit der Entschärfung der Bombe beginnen.

Der Luftraum musste in Absprache mit der Flugsicherung nicht gesperrt werden. Der Flughafen Hamburg war demnach nicht betroffen, und so konnten alle Flugzeuge während der Entschärfung starten und landen.

Zweiter Bombenfund an derselben Stelle innerhalb eines Jahres

Die Bombe lag an der Stelle in der Nähe der Autobahn A7, an der eine neue Feuerwehrwache entstehen soll. Die Wache wird für den neuen Deckel über der A7 sowie den Tunnel darunter gebraucht. An fast derselben Stelle war am 17. Oktober 2019 schon einmal eine Weltkriegsbombe entdeckt und entschärft worden. Damals mussten Autobahn 7 und der Airport gesperrt werden. Knapp 50 Flüge waren betroffen.

( ced/ade )

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