Hamburg

Polizei holt wegen Corona abgesagte Razzien nach

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In Hamburg wurden drei Wohnungen von der Bundespolizei durchsucht (Symbolfoto).

In Hamburg wurden drei Wohnungen von der Bundespolizei durchsucht (Symbolfoto).

Foto: imago images / localpic

Bundespolizisten durchsuchten Wohnungen in Hamburg und weiteren Bundesländern. Es ging um Schleuser, Scheinehen und Online-Betrug.

Hamburg/Leipzig. Die Bundespolizei hat am Mittwochmorgen zahlreiche Wohnungen in mehreren Bundesländern wegen des Verdachts der Urkundenfälschung und des Onlinebetrugs durchsucht. In erster Linie richtete sich die Aktion gegen Schleuser.

Ermittlungen der Bundesbehörden hatten ergeben, dass Verdächtige gefälschte Reisepässe oder Personalausweise ausstellten und verkauften. Wegen dieses Verdachts sind auch drei Wohnungen in Hamburg durchsucht worden. Festnahmen gab es laut einer Sprecherin der Bundespolizei in Magdeburg, in der Hansestadt und in den weiteren Bundesländern allerdings nicht.

Einen Zusammenhang zwischen den Razzien am Mittwoch habe es ebenfalls nicht überall gegeben. So sollen die Hamburger Verdächtigen unabhängig von den anderen mutmaßlichen Schleusern agiert haben. Wie viele Dokumente sie gefälscht haben und für viel Geld diese verkauft wurden, konnte die Bundespolizei auf Anfrage nicht sagen.

Kriminelle arrangierten auch Scheinehen

Neben den drei Objekten in Hamburg wurden auch Wohnungen in Sachsen, Bayern, Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen durchsucht. In zehn Fällen ging es um den Verdacht von Schleuseraktivitäten wie Passfälschungen und das Arrangieren von Scheinehen. Beispielsweise stehen drei Pakistaner, fünf Inder und zwei Deutsche aus Leipzig in Verdacht falscher Heiratsurkunden aus Zypern ausgestellt und an Menschen aus Pakistan verkauft zu haben. Zwei Wohnungne in Leipzig wurden durchsucht.

Zudem nahm die Bundespolizei Ausländer in den Fokus, die sich über eine Schleuserbande gefälschte Ausweise beschafft haben sollen. Die Ausweise sollen als Warensendungen über den Flughafen Halle/Leipzig verschickt worden sein.

Bahntickets mit gestohlenen Kreditkarten-Daten gekauft

In vier Fällen ermittelt die Bundespolizei wegen des Verdachts des Online-Betrugs. Konkret soll es sich um Bertug mit Fahrkarten handeln. Nach Erkenntnissen der Polizei hatten mehrere Vielfahrer über ein Chatprogramm Bahn-Tickets bestellt, die dann von einer Gruppe von Online-Betrügern mit gestohlenen Kreditkarten-Daten gekauft wurden. Auf die Spur der Betrüger kamen die Beamten dem Vernehmen nach über vier ausländische Vielfahrer, deren Wohnungen in Grimma, Rosenheim, Nürnberg und München durchsucht wurden.

Ursprünglich waren die Razzien zu Beginn der Corona-Krise geplant. Die Durchsuchungen seien aufgrund des Infektionsschutzes jedoch zunächst nicht durchgeführt worden und jetzt gesammelt nachgeholt worden, erklärte die Sprecherin der Bundespolizei.

( dob/dpa )

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