Niedersachsen

Großrazzia im Raum Lüneburg: Polizei nimmt drei Männer fest

Spezialeinheiten der Polizei durchsuchten neun Häuser einer mutmaßlichen Diebesbande, die es auf Fahrkartenautomaten abgesehen hat.

Lüneburg/Hamburg/Hannover. Spezialeinheiten der Landes- und Bundespolizei haben am Mittwoch im Auftrag der Staatsanwaltschaft Lüneburg neun Gebäude an verschiedenen Orten im Raum Lüneburg in Niedersachsen durchsucht. Es handelt sich um eine Aktion der gemeinsamen Ermittlungsgruppe der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen und der Bundespolizeidirektion Hannover. Sie ermitteln gegen eine Bande, die im Verdacht steht, unter anderem mehrere Fahrausweisautomaten mit Sprengstoff zerstört zu haben, um an das Geld zu kommen. Von insgesamt sechs Beschuldigten wurden drei Männer im Alter von 28, 32 und 41 Jahren verhaftet. Für drei weitere Beschuldigte lagen keine Haftgründe vor.

Die im Raum Lüneburg wohnhaften Beschuldigten im Alter zwischen 19 und 45 Jahren stehen im Verdacht, ihren Lebensunterhalt zumindest zum Teil durch gemeinschaftliche Eigentumsdelikte zu bestreiten. Sie sollen mehrere Fahrausweisautomaten in den Landkreisen Lüneburg, Uelzen und dem Heidekreis im Zeitraum von Dezember 2019 bis April 2020 aufgebrochen haben. Um an die innenliegenden Geldkassetten zu gelangen nutzten die Täter Gas oder Sprengkörper (so genannte Polenböller).

Männer sollen auch im Baummarkt in Lüneburg eingebrochen sein

Zudem werden ihnen Aufbrüche von Parkscheinautomaten und Zigarettenautomaten, Wohnungseinbruchsdiebstahl und mehrere weitere Diebstahlsdelikte zur Last gelegt. Dafür nutzten die Täter Sprengmittel sowie mechanische und elektronische Werkzeuge. Die Ermittlungsgruppe rechnet ihnen auch den spektakulären Einbruch im April in den Baumarkt in Lüneburg zu, bei dem die Täter mit einem Fahrzeug durch den Baumarkt fuhren und einen Sachschaden von mehr als 50.000 Euro verursachten.

Gut ein Dutzend Ermittler von Polizeiinspektion, Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Hamburg und Bundespolizeiinspektion Bremen ermittelten seit Februar gemeinsam in dem Fall. An der Aktion am Mittwoch waren rund 230 Beamten beteiligt. Sie durchsuchten Objekte in Lüneburg, Bad Bevensen und Winsen (Luhe). Dabei kamen auch Spezialkräfte der Bundespolizei zum Einsatz. Die Ermittler stellten umfangreiches Beweismaterial sicher. Die Auswertung dauert an. Parallel prüfen die Ermittler auch mögliche Zusammenhänge zu weiteren Taten der vergangenen Monate.

Die Ermittlungen sollen aber nicht im Zusammenhang mit mehreren Taten in Hamburg stehen, so ein Polizeisprecher auf Abendblattanfrage. Die Hamburger Polizei hatte am 16. April ein Pärchen ermittelt, das im Verdacht steht, für eine ganze Serie von Automaten-Sprengungen verantwortlich zu sein. Begonnen hatte die Serie bereits Anfang Februar. Nachdem Mitte April ein Fahrkartenautomat im Bahnhof Alte Wöhr gesprengt wurde, kam die Polizei dem Paar auf extrem ungewöhnliche Weise auf die Schliche. Sie folgte einfach einer Spur aus Geldscheinen.