Kreis Pinneberg

Falschparker spuckt Politesse ins Gesicht – Strafanzeige

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Die Situation für Politessen verschärfe sich mit dem neuen, strengeren Bußgeldkatalog, fürchtet die Stadtverwaltung Elmshorn.

Die Situation für Politessen verschärfe sich mit dem neuen, strengeren Bußgeldkatalog, fürchtet die Stadtverwaltung Elmshorn.

Foto: dpa Picture-Alliance / Robert Schlesinger

Der Verkehrssünder in Elmshorn rastet aus – vor Zeugen und seiner Mutter. Die Mitarbeiterin muss sich auf Corona testen lassen.

Elmshorn. Schlimmer Ausraster in der Elmshorner Innenstadt: Vor Zeugen und seiner Mutter hat ein aggressiver Falschparker am Dienstag an der Königstraße einer Mitarbeiterin der Verkehrsüberwachung ins Gesicht gespuckt. Danach wollte er die Frau auch tätlich angreifen, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Gegen den Mann werde nun wegen Körperverletzung ermittelt. Es sei der bislang traurige Höhepunkt im Alltag der städtischen Verkehrsüberwacherinnen, sagte Bürgermeister Volker Hatje.

Um ein deutliches Zeichen der Abschreckung zu setzen, sei nun Anzeige erstattet und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Denn die Intensität der Beleidigungen und Attacken gegen die Verkehrsüberwacherinnen habe zugenommen. Weil am 28. April ein neuer bundesweiter Bußgeldkatalog mit höhere Strafen für Falschparker in Kraft getreten sei, könnte sich der Trend unbeherrschter Reaktionen von Verkehrssündern noch verschärfen. Deshalb warnt Hatje schon jetzt: „Wir bringen jeden Vorfall zur Anzeige!“ Das gelte besonders für so schwere Attacken wie am Dienstag in der Innenstadt.

Attacke auf Politesse: Mutter saß im Auto

Nach Angaben der Stadtverwaltung hatte der Mann sein Auto im absoluten Halteverbot an der Ecke König- und Peterstraße abgestellt. Während die Verkehrsüberwacherin dem Autofahrer das Knöllchen ausstellte, kam er mit einer Plastiktüte in der Hand aus der Fußgängerzone. Er behauptete, nur seine Mutter abgeholt zu haben. Die sei schließlich nicht mehr gut zu Fuß. Doch die Mutter saß während seines Ausfluges in die Königstraße auf dem Beifahrersitz.

Als die Politesse ihm trotzdem den Strafzettel ausstellte, rastete der Mann unvermittelt aus. Ohne Vorwarnung spuckte er ihr mitten ins Gesicht. Trotz Corona-Schutzmaske wurden Nase, Augen und Stirn der Verkehrsüberwacherin getroffen. Anschließend drohte der Täter der Frau noch Schläge an, die Mitarbeiterin konnte den Arm des Mannes aber noch zur Seite drücken. Wegen des Vorfalls und der Corona-Gefahr muss sich die Stadtmitarbeiterin nun wöchentlich testen lassen, ist vom Dienst befreit.

Bußgelder sind empfindlich angehoben worden

Für die Strafanzeige stellten sich mehrere Zeugen zur Verfügung. Generell sei der Ton zuletzt rauer und respektloser geworden. Häufig sei kein Schuldbewusstsein vorhanden. Mit den angehobenen Bußgeldern für Falschparker rechnen die Verkehrsüberwacherinnen mit einer zunehmenden Verschärfung. Für zugeparkte Geh- und Radwege werden etwa 55 statt bislang 20 Euro fällig. Ein fehlender Parkschein kostet zehn Euro mehr als bisher.

( nib )

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