Hamburg

Automaten gesprengt: Ermittler folgen Spur aus Geldscheinen

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Im April sprengten Unbekannte einen Fahrkartenautomaten an der S-Bahn-Station Alte Wöhr.

Im April sprengten Unbekannte einen Fahrkartenautomaten an der S-Bahn-Station Alte Wöhr.

Foto: Michael Arning

Bereits seit Mitte Februar wurden Hamburger Fahrkartenautomaten gesprengt. Eine löchrige Tasche wurde den Tätern zum Verhängnis.

Hamburg. Nach mehreren Monaten Ermittlungen hat die Polizei ein Pärchen ermittelt, das im Verdacht steht, für eine ganze Serie von Automaten-Sprengungen verantwortlich zu sein. Begonnen hatte die Serie bereits Anfang Februar. Nachdem Mitte April ein Fahrkartenautomat im Bahnhof Alte Wöhr gesprengt wurde, kam die Polizei dem Paar auf extrem ungewöhnliche Weise auf die Schliche.

Es war eine Spur aus Geldscheinen, die Beamte am frühen Morgen des 16. April nach der Sprengung des Automaten im Bahnhof Alte Wöhr zu einem Gebäudekomplex in der Emil-Janßen-Straße führte. Offenbar hatte die Tasche der Täter, mit der sie ihre Beute wegschleppten, ein Loch. Wie lose Blätter fielen die Scheine aus dem Beutel. Der Erfolg der Ermittler stellte sich jedoch nicht gleich ein. In dem Haus gibt es mehrere Eingänge und einen durchgehenden Keller. So konnte nicht gleich geklärt werden, ob und in welche Wohnung die Täter verschwunden waren.

Automaten gesprengt: Verdächtiger war der Polizei bekannt

„Man war sich jedoch sehr sicher, dass in dem Haus zumindest eine Person wohnt, die etwas mit der Tat zu tun hat“, so ein Beamter. Zeugenhinweise und Ermittlungen brachten die Polizei schließlich auf eine Verdächtige. Es war Kim. J. (29), die in dem Haus Mieterin ist. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnung und ihres Kellerraums fand die Polizei Teile der Beute.

Schnell geriet auch der Freund der 29-Jährigen in den Fokus der Ermittler. Der Steilshooper war der Polizei im Gegensatz zu der Frau bereits hinreichend bekannt. Gegen ihn wurde in der Vergangenheit wegen Körperverletzungen und Drogendelikten ermittelt. Auch seine Wohnung wurde durchsucht. Dabei fand die Polizei eine kleinere Menge Marihuana sowie verbotene Waffen, wie ein Butterflymesser und ein als Taschenlampe getarnten Elektroschocker. Auch Dustin L. blieb auf freiem Fuß, weil auch gegen ihn keine Haftgründe vorliegen.

Hatte das Pärchen weitere Komplizen?

Die Ermittler der Staatsschutzabteilung, die der Fall übernommen haben, weil sie für Sprengstoffdelikte zuständig sind, gehen davon aus, dass das Pärchen weitere Komplizen hatte. Außerdem besteht der Verdacht, dass sie am 5. Februar im S-Bahnhof Rübenkamp, am 16. März im S-Bahnhof Hasselbrook, am 29. März ebenfalls im S-Bahnhof Rübenkamp und am 3. April im S-Bahnhof Billwerder ebenfalls Fahrkartenautomaten gesprengt haben.

Alle Taten ereigneten sich in den frühen Morgenstunden. In allen Fällen sollen die Automaten mit sogenannten Polenböllern geknackt worden seien, die wegen ihrer großen Sprengkraft in Deutschland verboten sind.

( zv )

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