Hamburg

500 Kilo Koks weg: Polizei und Zoll verderben Dealer-Laune

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Nicht gut genug versteckt: In diesem Hohlraum fanden die Ermittler des Hauptzollamtes eine halbe Tonne Kokain.

Nicht gut genug versteckt: In diesem Hohlraum fanden die Ermittler des Hauptzollamtes eine halbe Tonne Kokain.

Foto: Hauptzollamt Hamburg

Zoll beschlagnahmt halbe Tonne Kokain, später durchsucht die Polizei Wohnungen, Sportwagen, Geld und Drogen sicher.

Hamburg. Irgendwo hat irgendein schwerkrimineller Drogenboss gerade ziemlich schlechte Laune: Denn der Hamburger Zoll hat ganze 500 Kilogramm Kokain abgefangen, die auf einem via England aus Brasilien kommenden Frachtschiff mit Ziel Hamburg versteckt waren. Die niederländischen Behörden nahmen den 180 Meter langen Massengutfrachter schon in Empfang, als das Schiff die niederländischen Hoheitsgewässer erreicht hatte. Auch auf der Weiterfahrt bis in den Hamburger Hafen wurde der Frachter stets eskortiert – um zu verhindern, dass etwaig versteckte Drogen einfach über Bord geworfen werden.

Tatsächlich wurde bei der gründlichen Durchsuchung am Sonnabend in Hamburg genau dieser Plan aufgedeckt: Die Drogen waren bereits in wasserdichten Säcken verpasst, weitere Säcke, Leinen und ein GPS-Sender lagen bereit: Die Ermittler gehen davon aus, dass das Kokain an einem zuvor vereinbarten Punkt über Bord hätte geworfen werden sollen und mithilfe des Senders von lokalen "Großhändlern" trotzdem hätte gefunden werden können.

Stattdessen liegt es jetzt in der Asservatenkammer des Zolls. Ein Besatzungsmitglied des Frachters sitzt in Untersuchungshaft. Der genaue Marktwert der Drogen ist nicht bekannt – aber anders als zum Beispiel Kartoffeln wird Kokain zumeist grammweise verkauft.

Dealer kifft in Wohnung – und lockt so die Polizei an

Auch etwas kleineren Fischen wurde die Wochenendlaune nachhaltig verdorben: Die Hamburger Polizei hat zwei mutmaßliche Drogendealer besucht: Bei Durchsuchungen am Nachmittag stellten die Beamten mehrere Kilogramm Drogen, mehrere tausend Euro Bargeld und einen getunten Mercedes sicher.

Selbst schuld an seiner Festnahme war der 33 Jahre alte Mieter einer Wohnung in der Eggerstedtstraße in Altona-Nord. Laut Polizei hatten Zeugen die Beamten gerufen, weil es in dem Mehrfamilienhaus deutlich nach Marihuana roch. Sich jedes Wortspiel zu Kommissar Spürnase verkneifend ermittelten die Polizisten die Quelle des Geruchs und konnten einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung erreichen. In der Küche fanden sie ein vakuumiertes Paket mit rund 1,1 Kilogramm Marihuana und mehrere hundert Euro mutmaßliches Dealgeld.

500 Gramm Marihuana freiwillig übergeben – Rest trotzdem gefunden

Bloß anderthalb Stunden später beobachteten Zivilfahnder einen Drogenverkauf aus einer Wohnung am Norburger Stieg in Bahrenfeld. Auch für diese Wohnung wurde von der Staatsanwaltschaft erfolgreich ein Durchsuchungsbeschluss beantragt – zur mutmaßlich nicht allzu großen Freude des Bewohners, eines 32-Jährigen.

Der zeigte sich demonstrativ kooperativ und händigte den Beamten laut Polizeisprecher Florian Abbenseth schon beim Betreten den Wohnung eine Sporttasche mit rund 500 Gramm Marihuana aus. Sollte er gehofft haben, dass das für eine nicht allzu genaue weitere Suche sorgt, wurde er enttäuscht. Diensthund Gino fand weitere etwa zwei Kilogramm Marihuana und mehr als 100 kleine Gefäße mit einer pulvrigen Substanz, bei der die Ermittler davon ausgehen, dass es sich um Kokain handelt.

Neben 5000 Euro Bargeld wurde auch noch der Mercedes C63 AMG (Neupreis mindestens 78.000 Euro) des 32-Jährigen beschlagnahmt: Zur Begründung hieß es, dass der Verdacht bestehe, der Mann habe auch aus dem Auto heraus gedealt. Hoffentlich hat er sich dabei an die Abstandsregeln gehalten.

( josi )

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