Hamburg

Lkw erfasst Radfahrerin: UKE-Mitarbeiterin stirbt bei Unfall

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Der Lastwagen hat die 35-Jährige in Winterhude beim Abbiegen überfahren und zehn Meter mitgeschleift. Sie erlag ihren Verletzungen.

Hamburg. Erneut ist es in Hamburg zu einem tödlichen Abbiegeunfall mit einem Lkw und einem Fahrrad gekommen: Ein Lastwagen hat eine 35 Jahre alte Frau am Dienstag gegen 8 Uhr an der Kreuzung Bebelallee/Meenkwiese in Winterhude erfasst, sagte Polizeisprecher Florian Abbenseth dem Abendblatt. Sie soll etwa zehn Meter mitgeschleift worden sein.

Tödlicher Unfall in Hamburg: Radfahrerin erliegt Verletzungen

Ersten Erkenntnissen nach, ist der Lkw aus Richtung des U-Bahnhofs Lattenkamp von der Meenkwiese nach rechts in die Bebelallee abgebogen. Auch die Radfahrerin kam auf dem Fahrradweg aus dieser Richtung, wollte offenbar auf die Straße fahren und dann nach rechts abbiegen. Wie die Polizei mitteilte, übersah der Lkw-Fahrer sie dabei offenbar. Die 35-Jährige, die als Laborassistentin im UKE arbeiten soll, geriet mit ihrem Fahrrad unter den Lkw und erlitt schwere Verletzungen.

Die alarmierte Feuerwehr hob den Lkw mit mehreren Luftkissen an, um besser an die Verletzte zu gelangen. Ein Notarzt hat dann versucht, die Frau zu reanimieren. Doch um 8.40 Uhr meldete Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger, dass sie ihren schweren Verletzungen noch vor Ort erlegen ist. Der 56 Jahre alte Lkw-Fahrer steht angesichts des schrecklichen Unfalls unter Schock und kam in ein Krankenhaus. Er wird von Notfallseelsorgern betreut.

Beamte des Verkehrsunfalldienstes Ost haben die Stelle mit einem 3D-Laserscanner und einer Drohne vermessen, um das Geschehen zu rekonstruieren. Für die aufwendigen Untersuchungen war die Bebelallee zwischen Meenkwiese und Deelböge für den Straßenverkehr und Fußgänger bis Mittag gesperrt.

Hamburg testet Abbiegeassistenten für Lkw

Es der jüngste in einer Reihe tragischer Abbiegeunfälle, bei denen in den vergangenen Jahren Fußgänger oder Fahrradfahrer von Lastwagen erfasst und dabei tödlich verletzt wurden. Mit Mahnwachen für die Opfer wollen Betroffene den Druck auf die Politik erhöhen, während der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) nachdrücklich eine Einführung von verpflichtenden Abbiegeassistenten bei Lastwagen fordert.

Hamburg setze sich dafür ein, heißt es aus der Politik, doch geregelt werde das auf EU-Ebene. Auf dem Markt gibt es bislang unterschiedliche Module, die vor Kollisionen mit Radfahrern und Fußgängern warnen, wenn diese sich in dem vom Fahrer nicht einsehbaren toten Winkel befinden. Der Lkw bei dem Unfall in der Bebelallee war nach ersten Angaben von Polizeisprecher Abbenseth nicht mit einem solchen System ausgestattet.

Die Stadt testet seit Frühjahr 2019 verschiedene technische Lösungen in einem Pilotversuch. Außerdem sollen städtische Unternehmen ihre Fahrzeugflotten mit dem System nachrüsten und nur noch neue Lkw über 3,5 Tonnen anschaffen, die damit ausgestattet sind.

( ras/arg/zv )

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