Hamburg

71-Jähriger legt Feuer in Wohnhaus – Baby verletzt

Wohnungsbrand in Altona. Die Feuerwehr Hamburg rettete 20 Bewohner aus dem Mehrfamilienhaus (Symbolbild).

Wohnungsbrand in Altona. Die Feuerwehr Hamburg rettete 20 Bewohner aus dem Mehrfamilienhaus (Symbolbild).

Foto: Michael Arning / HA

Mutmaßlicher Brandstifter, der in dem Haus in Altona wohnte, kam in die Psychiatrie. Bewohner hatten sich auf Balkone gerettet.

Hamburg. Ein 71 Jahre alter Mann soll für den Brand in einem achtgeschossigen Mehrfamilienhaus an der Königstraße in Altona verantwortlich sein, bei dem ein einjähriges Baby verletzt worden ist. Am späten Donnerstagnachmittag war die Feuerwehr Hamburg zu dem Haus alarmiert worden, viele Bewohner waren bereits auf ihre Balkone geflüchtet.

"Nach den bisherigen Erkenntnissen kam es in einer Erdgeschosswohnung zu einem Brand, durch den insgesamt 20 Hausbewohner von den Einsatzkräften der Feuerwehr gerettet werden mussten", sagte Polizeisprecher Florian Abbenseth am Freitag. "Die Bewohner wurden von Notärzten versorgt, ein einjähriges Kind wurde mit dem Verdacht auf eine Rauchgasintoxikation vorsorglich zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus transportiert."

Altona: 71-jähriger Brandstifter kam in die Psychiatrie

Ganz in der Nähe des Brandorts nahmen Polizeibeamte den Mieter der Wohnung vorläufig fest. "Der 71-Jährige soll verhaltensauffällig sein und gab in einer ersten Befragung an, den Brand selbst gelegt zu haben", sagte Abbenseth. Auf Anordnung eines Amtsarztes wurde der Mann später in die geschlossene Psychiatrie eines Krankenhauses gebracht. Es wird wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung ermittelt.

"Am späten Donnerstagnachmittag gingen bei der Feuerwehr Hamburg über den Notruf 112 mehrere Hilferufe aus einem achtgeschossigen Mehrfamilienhaus ein", sagte Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger am Donnerstagabend. Die Anrufer berichteten von einer starken Rauchentwicklung und Flammen in einer Wohnung im Erdgeschoss. Zudem habe sich bereits Rauch im Treppenhaus ausgebreitet, mehrere Bewohner seien bereits auf Balkone geflüchtet.

Feuer in Mehrfamilienhaus: Temperaturen über 1000 Grad

Durch die Rettungsleitstelle wurde sofort die Alarmstufe „Feuer mit Menschenleben in Gefahr“ ausgelöst. "Als die Kräfte eintrafen, schlugen große Flammen aus einer Wohnung im Erdgeschoss", sagte Unger. "Eine starke Rauchentwicklung breitete sich an der Fassade entlang nach oben aus und umhüllte das gesamte Wohnhaus."

Da viele Menschen auf den Balkonen standen, erhöhte der Einsatzleiter die Alarmstufe und forderte weitere Einsatzkräfte nach. Unter Atemschutz drangen die Einsatzkräfte in das Wohnhaus vor und retteten 20 Menschen – teils mit Fluchthauben – aus dem Gebäude. Die Wohnung, in der das Feuer offenbar ausgebrochen war, stand bereits in Vollbrand. Jan Ole Unger: "Die Temperaturen in der Wohnung müssen deutlich jenseits der 1000 Grad Celsius gelegen haben. Der Putz war bis auf den nackten Stein heruntergebrannt, Ziegelsteine waren teilweise geplatzt."

Nachdem die Einsatzkräfte das Feuer gelöscht hatten, wurden das Treppenhaus und die verrauchte Wohnungen belüftet. Der Umweltdienst kontrollierte auf Kohlenmonoxid. Die Feuerwehr war mit 50 Einsatzkräften vor Ort, der Einsatz dauerte zweieinhalb Stunden.