Hamburg

41-Jähriger in Grube verschüttet – Rettung in letzter Minute

Der Arbeiter drohte, in der drei Meter tiefen Grube zu unterkühlen. Einsatzkräfte schafften mit Klappspaten Sand beiseite.

Hamburg. In Hamburg-Eimsbüttel ist ein 41 Jahre alter Arbeiter am Mittwochmittag in einer drei Meter tiefen Baugrube verschüttet worden. Der Mann steckte fast bis zum Hals im Sand fest. Er konnte in letzter Minute gerettet werden

Um 13.15 Uhr wurde die Feuerwehr Hamburg in die Vereinsstraße alarmiert – sie fuhr mit einem Großaufgebot zur Einsatzstelle. "Der Arbeiter steckte bis fast zum Hals im festen, feuchten Bausand und war zwischen der Hauswand und einem Schalbrett eingeklemmt", sagte Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger am Nachmittag.

Mann in Grube verschüttet – schwierige Rettung

"Mithilfe von Baustützen, Schalbrettern, pneumatischen Hebekissen und hydraulischem Rettungsgerät wurde ein Sicherungsverbau aufgebaut, um sich dem Verschütteten nähern zu können", so Unger. Die Rettung gestaltete sich äußerst schwierig: Mit kleinen Klappspaten und Schaufeln schafften die Einsatzkräfte den Sand beiseite. Dies konnte nach Angaben der Feuerwehr nur in den extrem beengten Verhältnissen der Grube erfolgen.

Ein Bagger kam für die Rettung nicht infrage, da dieser einen weiteren Grundbruch verursacht hätte und es so zum Nachsacken von weiterem Sand gekommen wäre. "Der Bauarbeiter war während der gesamten Rettung ansprechbar und kreislaufstabil", sagte Unger. Jedoch bereitete die zunehmende Unterkühlung des Mannes Schwierigkeiten. Der Notarzt des Rettungshubschraubers "Christoph 29" hatte ein Zeitfenster von etwa zwei Stunden für die Rettung vorgegeben – danach wäre mit einer schweren Unterkühlung zu rechnen gewesen.

Eimsbüttel: 41-Jähriger in letzter Minute gerettet

Um 15.16 Uhr gab es die erste Entwarnung: Nach mehr als zwei Stunden Verschüttung war soviel Sand aus der Baugrube entfernt worden, dass die Einsatzkräfte den 41-Jährigen befreien und ihn anschließend aus der Baugrube ziehen konnten. "Rettung in letzter Minute!", betonte Feuerwehrsprecher Unger. Der Mann wurde mit dem Verdacht auf eine Handgelenksfraktur und Weichteilverletzungen notarztbegleitet in ein Krankenhaus gebracht.

Unger: "Die komplexe und höchst anspruchsvolle Rettung konnte nur durch das perfekte Zusammenspiel der Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr Pöseldorf und dem Technischen Zug der Freiwilligen Feuerwehr Eppendorf gelingen." Es waren 35 Einsatzkräfte vor Ort, der Einsatz dauerte drei Stunden.

Zwei Männer vor einem Tag nach Unfall auf Baustelle verstorben

Erst am Dienstag war es auf einer Baustelle auf St. Pauli zu einem schweren Unglück gekommen, bei dem zwei Männer starben. Völlig unerwartet war eine Ziegelfassade und ein Baugerüst eingestürzt, Tausende tonnenschwere Ziegel und Gerüststangen waren zusammengefallen. Neun Bauarbeiter standen zu dem Zeitpunkt auf der Baustelle, zwei Männer wurden tödlich verletzt. Einer der Bauarbeiter, der unter den Trümmern lag, konnte zunächst befreit werden, verstarb jedoch am Abend im Krankenhaus.