Deutsche Bahn

"Bombe im ICE nach Hamburg" – Schwarzfahrer festgenommen

Ein ICE-Zug der Deutschen Bahn steht in einem Bahnhof (Symbolfoto).

Ein ICE-Zug der Deutschen Bahn steht in einem Bahnhof (Symbolfoto).

Foto: Daniel Karmann / dpa

Großeinsatz für die Bundespolizei am Bahnhof Osnabrück. Grund: ein genervter Schwarzfahrer und dessen Freundin.

Hamburg. Aus Verärgerung über den Zugchef hat ein 38-Jähriger per Handy bei der Polizei eine Bombenexplosion im ICE von Frankfurt am Main nach Hamburg angedroht.

Zuvor war der 38-Jährige mit seiner Freundin am Bahnhof Osnabrück aus dem ICE der Deutschen Bahn verwiesen worden, weil er als Schwarzfahrer aufgeflogen war. Wegen dieses Vorwurfs hatte der ICE-Zugchef die Bundespolizei gerufen, um die Personalien des Pärchens feststellen zu lassen.

Bombenexplosion im ICE nach Hamburg aus Verärgerung angedroht

Als die Beamten die Schwarzfahrer befragen wollten, ging parallel via Polizeinotruf 110 die Bombendrohung gegen den ICE ein. Schnell keimte der Verdacht, dass beide Fälle miteinander zusammenhängen könnten. Der Zugchef erkannte die beiden Schwarzfahrer noch am Bahnsteig, so dass die Bundespolizisten beide stellten.

Nach Überprüfung des Pärchens und der Frage ob beide ein Handy besitzen, räumte der 38-Jährige schließlich ein, dass er aus Verärgerung über den Verweis aus dem ICE das Zugpersonal habe „ärgern wollen“.

So wählte er den Notruf 110 und gab dort an, dass sich in dem Zug, den er zuvor verlassen hatte, eine Bombe befinden würde. Die Angaben wurden anhand der Handynummer bestätigt.

Verdächtiger am nächsten Tag zu hoher Geldstrafe verurteilt

Wegen dieses schlechten Scherzes waren schließlich 14 Polizisten im Einsatz und der ICE verspätete sich etwa um 15 Minuten. Die Staatsanwaltschaft beantragte daraufhin ein beschleunigtes Verfahren (Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat und Missbrauch des Notrufes), so dass der 38-Jährige die Nacht im Polizeigewahrsam verbrachte und am nächsten Tag zu einer Geldstrafe im vierstelligen Bereich verurteilt wurde. Nun ist der Mann vorbestraft – und weitere Kosten wegen der Verspätung des ICE stehen noch aus.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Blaulicht