Container-Knacker

Razzien gegen mutmaßliche Diebesbande aus dem Hafen

Polizeibeamte sichern Beweismaterial.

Polizeibeamte sichern Beweismaterial.

Foto: André Zand-Vakili / HA

Die Polizei durchsuchte am Dienstag ein Dutzend Objekte und stellte Werkzeuge und weiteres Beweismaterial sicher.

Hamburg. Razzia gegen eine Diebesbande: Beamte der Wasserschutzpolizei durchsuchten am Dienstagmorgen zwölf Objekte mit Schwerpunkt Wilhelmsburg. Betroffen waren Wohnungen, aber auch eine Autowerkstatt an der Rotenhäuser Straße.

In der Werkstatt stellten die dort eingesetzten Beamten 150 originalverpackte Werkzeuge sicher, darunter Bohrmaschinen und Akkuschrauber. Auch in anderen durchsuchten Objekten in Neugraben-Fischbek, Harburg, Waltershof und Lurup wurde Beweismaterial gefunden, unter anderem Mobiltelefone, PCs, Laptops und Tablets.

Acht Hafenarbeiter sollen Waren verschoben haben

Die Aktion richtete sich gegen acht Männer, die ihre Anstellung bei Hafenbetrieben dazu genutzt haben sollen, Waren aus Containern zu stehlen. Ein 35-Jähriger steht im Verdacht, mit hochwertigen, mutmaßlich aus Diebstählen stammenden Werkzeugen wie Motorsägen gehandelt zu haben, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Bei den weiteren sieben Verdächtigen handele es sich um eine Gruppe, die Container aufgebrochen, Diebesgut entnommen und auf Internetportalen veräußert haben soll. Nach ersten Erkenntnissen entstand ein Schaden von rund 256.000 Euro.

29 Container aufgebrochen

Fünf Männer im Alter von 21, 31, 34, 35 und 40 Jahren sind bei einem im Hafen tätigen Rangierbetrieb in unterschiedlichen Stellungen (Disponent, Lokführer, Rangierbegleiter und Wagenmeister) beschäftigt. Sie nutzten ihre Positionen im Bereich der Rangierbahnhöfe für die insgesamt 86 Taten, wie die Polizei mitteilte. Davon kam es in mindestens 29 Fällen zu Containeraufbrüchen. Hierbei wurden insbesondere hochwertige Markenwerkzeuge erbeutet.

Mit 30.000 Euro Bargeld, drei hochwertigen Pkw sowie durch Kontopfändungen und weiteren Vermögenswerten konnte ein Großteil der gerichtlich angeordneten Arrestsumme von 256.000 Euro abgedeckt werden. Die Beschuldigten verblieben zunächst auf freiem Fuß, da keine Haftgründe vorlagen.