Polizei sucht Zeugen

Überfall auf Bezirksamt: Verdächtiger in Lübeck erschossen

Eine Filiale der Hamburger Volksbank in Rahlstedt ist im Oktober überfallen worden. Die Polizei sucht nun Mittäter.

Eine Filiale der Hamburger Volksbank in Rahlstedt ist im Oktober überfallen worden. Die Polizei sucht nun Mittäter.

Foto: Michael Arning / HA

Der langjährige Häftling soll Überfälle in Eppendorf, Rahlstedt und Harvestehude verübt haben. Einen Monat später ist er tot.

Hamburg. Die Hamburger Polizei hat nach eigenen Angaben drei schwere Raubüberfälle aus dem Oktober 2019 teilweise aufgeklärt. Dabei handelte es sich um Überfälle auf eine Bankfiliale in Rahlstedt, eine Apotheke in Harvestehude und die Zahlstelle des Bezirksamtes-Nord in Eppendorf.

Bei der Aufklärung waren Bürger beteiligt. Diese lieferten Hinweise, nachdem die Polizei Fahndungsbilder des Täters veröffentlicht hatte. Nach derzeitigem Erkenntnisstand handele es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen zur Tatzeit 52-Jährigen. Dieser sei jedoch inzwischen gestorben.

52-Jähriger ist der Erschossene aus Lübeck

Abendblatt-Informationen zufolge handelt es sich bei dem Toten um den 52-Jährigen, der im November von einem Polizeibeamten im Lübecker Stadtpark erschossen worden war.

Damals hatte der Mann angeblich das Feuer auf die Beamten eröffnet, sei dann in eine angrenzende Straße geflüchtet. Bei einem weiteren Schusswechsel an einer Villa war der Mann tödlich getroffen worden.

Der Verdächtige hatte die Polizei absichtlich provoziert

Zuvor hatten Passanten die Polizei alarmiert, die sich von dem Mann im Stadtpark bedroht gefühlt hatten. In dem Park wurde später eine Schreckschusswaffe gefunden.

Die Staatsanwaltschaft Lübeck hatte zunächst gegen den Polizeibeamten ermittelt, der geschossen hatte. Das Verfahren wurde jedoch im Januar eingestellt: Nach den Ermittlungen sei davon auszugehen, dass der Getötete die Polizisten gezielt provoziert hatte, um von den Beamten erschossen zu werden.

Der Tote hatte laut Staatsanwaltschaft eine schwerkriminelle Vergangenheit. Er war bereits 1989 und 1997 zu langjährigen Haftstrafen wegen räuberischer Erpressung und Raubes verurteilt worden. In Haft schrieb er erneut Schlagzeilen, als ein Mithäftling versuchte, ihn wegen Drogenschulden in seiner Zelle mit einer Rasierklinge zu ermorden. Der Fall landete 1998/99 vor Gericht.

Bei allen drei Überfällen waren Mittäter beteiligt

Bis 2014 befand er sich in Sicherungsverwahrung. Bei den drei Überfällen in Hamburg habe der getötete Verdächtige nicht allein gehandelt. Die Beamten gehen davon aus, dass er in allen drei Fällen Mittäter hatte.

Die Polizei bittet daher die Bevölkerung erneut um Unterstützung: Zeugen, die Hinweise zum Täter und der jeweiligen Fluchtphase geben können oder Beobachtungen im Zusammenhang mit der Tat gemacht haben, werden gebeten, sich beim Hinweistelefon der Polizei Hamburg unter der Rufnummer 040 4286-56789 oder an einer Polizeidienststelle zu melden.