Hamburg

Dreiste Betrüger erpressen rund 250.000 Euro von 73-Jähriger

Eine 73 Jahre alte Rentnerin aus Hamburg ist erpresst und um 250.000 Euro betrogen worden. Die Täter setzten die Frau am Telefon immer wieder unter Druck (Symbolbild).

Eine 73 Jahre alte Rentnerin aus Hamburg ist erpresst und um 250.000 Euro betrogen worden. Die Täter setzten die Frau am Telefon immer wieder unter Druck (Symbolbild).

Foto: picture alliance / Sebastian Gollnow/dpa

Sie drohten der Hamburgerin an, sie müsse ins Gefängnis, wenn sie nicht zahlt. Es ging um eine Schließfachversicherung.

Hamburg. Äußerst dreiste Betrüger haben eine 73 Jahre alte Rentnerin aus Hamburg über mehrere Wochen auf perfide Weise erpresst und sie um 250.000 Euro betrogen. Die Täter schreckten auch nicht davor zurück, der alten Dame anzudrohen, sie müsse ins Gefängnis, sollte sie die geforderten Geldbeträge nicht zahlen. Am Mittwoch nahm die Hamburger Polizei zwei 36 und 38 Jahre alte Tatverdächtige vorläufig fest. Die beiden Männer kamen vor einen Haftrichter.

Nach Angaben der Polizei wurde die Rentnerin im November beim Ansehen eines russischen Fernsehsenders auf eine Werbung für eine Schließfachversicherung aufmerksam. "Sie hielt eine Absicherung ihres Bankschließfachs für erforderlich und schloss am Telefon daher einen solchen Versicherungsvertrag mit einer angeblichen russischen Versicherung mit Sitz in Litauen ab", sagte Polizeisprecher Florian Abbenseth am Donnerstag.

Betrüger setzten Hamburger Rentnerin unter Druck

Die Frau überwies daraufhin in mehreren Schritten zunächst knapp 10.000 Euro als Bearbeitungsgebühren. Anschließend meldete sich ein angeblicher Versicherungsmitarbeiters mehrfach telefonisch und forderte die 73-Jährige auf, weitere Steuern und Zollabgaben zu zahlen.

Anfang Dezember kam es in Bramfeld schließlich zu einer Übergabe von mehreren Tausend Euro an einen angeblichen Kurier. Doch auch danach wurde das Opfer weiterhin am Telefon mit Geldforderungen belästigt. Immer wieder setzten die Betrüger die Frau unter Druck.

Rentnerin erpresst: Schaden von über 250.000 Euro

"Ihr wurde angedroht, sie müsse ins Gefängnis, sollte sie den Forderungen nicht nachkommen", sagte Abbenseth. "Weiterhin wurde damit gedroht, ihr gesamtes Vermögen sowie das ihrer Kinder würde konfisziert." Offenbar völlig eingeschüchtert übergab die 73-Jährige bei mehreren Übergaben weiteres Geld an den angeblichen Kurier. Abbenseth: "Letztlich entstand dadurch ein Schaden von über 250.000 Euro."

Auch nach Erhalt dieser hohen Geldsumme ließen die Täter die Rentnerin nicht in Ruhe. Zuletzt meldete sich dann auch noch ein angeblicher russischer Steuerbeamter, der die Zahlung von über 20.000 Euro für angebliche Steuern forderte.

73-Jährige erstattete Strafanzeige

Doch die Frau war längst misstrauisch geworden und hatte sich bereits an einen Rechtsanwalt gewandt. Im Januar erstattete die 73-Jährige Strafanzeige. "Als es gestern Vormittag in Bramfeld zu einer weiteren Geldübergabe kommen sollte, nahmen zivile Beamte des Polizeikommissariats 36 zwei Ukrainer als Tatverdächtige vorläufig fest", sagte Polizeisprecher Abbenseth.

Sie werden wegen bandenmäßigen Betrugs und Erpressung verdächtigt. Die weiteren Ermittlungen, vor allem zu Komplizen und möglichen Hintermännern, dauern an.