Marienthal

Streit auf Straße eskaliert – Pizzabote mit Messer verletzt

Der Pizzabote wollte gerade eine Bestellung in der Rennbahnstraße ausliefern, als er an einer Bushaltebucht angegriffen wurde.

Der Pizzabote wollte gerade eine Bestellung in der Rennbahnstraße ausliefern, als er an einer Bushaltebucht angegriffen wurde.

Foto: Michael Arning

Ein Mercedes-Fahrer und sein Sohn rasen durch die Stadt. Als ein Pizzabote sie auf ihr Fehlverhalten aufmerksam macht, schlagen sie zu.

Hamburg. Die Schnitte waren nur oberflächlich. Es ginge ihm schon „ein bisschen besser“, sagt der mutmaßlich von zwei Autofahrern aus Ärger über Unstimmigkeiten im Straßenverkehr verletzte Pizzabote, als ihn das Abendblatt gestern telefonisch erreicht. Zu dem Fall wolle er sich aber nicht äußern.

Der 24-Jährige wollte am Sonntag nach Angaben der Polizei gegen 18.30 Uhr in Marienthal eine Pizza ausliefern. Während er mit seinem Peugeot 2008 an einer Einmündung zur Rennbahnstraße wartete, um in den Fließverkehr einzuscheren, sah er, wie sich eine schwarze Mercedes E-Klasse in der 50er-Zone mit deutlich überhöhtem Tempo näherte.

Er hupte, um den Fahrer auf dessen Fehlverhalten hinzuweisen. Nachdem er auf die Rennbahnstraße eingebogen war, fuhren beide Autos kurzzeitig nebeneinander her. An einer Ampel, die Seitenscheiben waren unten, flogen die Worte hin und her. Dabei will der 24-Jährige den Mercedes-Fahrer laut Polizei nur auf sein Fehlverhalten hingewiesen haben. Entschärft war die Situation aber keineswegs.

Mercedes-Fahrer und sein Sohn greifen den Pizzaboten an

Laut Polizei sei der Pizzabote vom Mercedes-Fahrer aufgefordert worden, „rechts ranzufahren“. Als er sich weigerte, sei die Limousine an dem Peugeot vorbeigezogen, habe sich vor ihn gesetzt und ausgebremst. An einer Bushaltebucht stiegen die Kontrahenten aus.

Der Mercedes-Fahrer (47) und sein Sohn (18) sollen den Pizzaboten sofort angegriffen haben, auch mit einem Messer. Er erlitt Schnittverletzungen am linken Oberarm und der Handfläche, außerdem eine Kopfplatzwunde. Danach flüchteten die Täter.

Polizei nimmt Täter in Geesthacht fest

Augenzeugen hatten jedoch das Kennzeichen notiert und die Polizei verständigt. Kurz darauf wurden die mutmaßlichen Täter an ihrer Wohnanschrift in Geesthacht vorläufig festgenommen.

Unklar ist, ob bei der Attacke auch ein sogenannter Totschläger eingesetzt worden ist, wie das Opfer behauptet. Die Polizei spricht von einem „noch unbekannten Gegenstand“.

Der Fußweg und eine Fahrspur der Rennbahnstraße wurden von der Polizei für die Dauer des Einsatzes gesperrt.