Hamburg

Doping-Prozess: Richterin reduziert 270.000-Euro-Strafe

Akten im Gerichtssaal: Der angeklagte Sportmanager hatte eingeräumt, Dopingmittel besessen zu haben.

Akten im Gerichtssaal: Der angeklagte Sportmanager hatte eingeräumt, Dopingmittel besessen zu haben.

Foto: Picture Alliance

Staatsanwaltschaft hatte Einkünfte des Angeklagten geschätzt. Der Mann hatte Dopingmittel und Marihuana zu Hause.

Hamburg. Tausende Tabletten Dopingmittel und 34 Gramm Marihuana hatte der Angeklagte zu Hause, als sein Haus im Mai 2018 durchsucht wurde. Deswegen sollte er eine Geldstrafe von 270.000 Euro zahlen. Die Summe erschien dem Sportmanager zu hoch, weswegen er sich gegen den Strafbefehl wandte. Das Amtsgericht Hamburg hat am Freitag entschieden, die Geldstrafe auf etwa ein Zehntel zu senken, nachdem die Vermögensverhältnisse des Angeklagten einbezogen worden waren.

Jetzt muss der Mann noch 90 Tagessätze von 350 Euro bezahlen. „Ich finde es nicht gut, dass das ursprüngliche Strafmaß frei der Nase nach festgesetzt wurde“, sagte die Richterin in der Urteilsbegründung. Die Staatsanwaltschaft hatte die Einkünfte des Angeklagten geschätzt und so die Tagessätze festgelegt.

Angeklagter: "Bin gegen Doping im Sport"

Der Angeklagte habe keine Vorstrafen, er habe gestanden und bei der Hausdurchsuchung kooperiert, führte die Richterin weiter aus. Der Mann gab vor Gericht an, die Dopingmittel nur für den Eigenbedarf besessen zu haben: „Ich habe die nie jemandem angeboten. Ich bin gegen Doping im Sport. Es ging mir nur um Selbstoptimierung.“ Er habe die Mittel erst vom Arzt verschrieben bekommen und sich dann illegal weiter besorgt. Der Angeklagte verzichtet auf eine Berufung.