Hamburg

Wie zwei Damen vom Grill die Angst vor dem Räuber besiegten

So wie in dieser gestellten Szene hatte der bewaffnete Räuber im Wandsbeker Imbiss seine Kapuze tief ins Gesicht gezogen.

So wie in dieser gestellten Szene hatte der bewaffnete Räuber im Wandsbeker Imbiss seine Kapuze tief ins Gesicht gezogen.

Foto: Torsten Becker / picture alliance / imageBROKER

Ein Mann überfällt einen Imbiss in Wandbek. Als er die Pistole zückt, beweisen die Betreiberinnen großen Mut – und haben Erfolg.

Hamburg. Sie sei geschockt gewesen und sie habe wahnsinnige Angst gehabt, sagt die Betreiberin eines Wandsbeker Imbisses. Wie es ihr in dieser Situation trotzdem gelungen sei, einen mit einem Messer und einer Pistole bewaffneten Räuber in die Flucht zu schlagen? „Ich weiß gar nicht, woher ich diesen Mut genommen habe“, sagt die Lokalchefin. Aus Angst vor Vergeltung wolle sie ihren Namen nicht in der Zeitung veröffentlicht sehen.

Gegen 21 Uhr am Montagabend stürmt ein großer, breitschultriger Mann in den Imbiss am Ostpreußenplatz, die Kapuze hat er sich tief ins Gesicht gezogen, zusätzlich ist er mit einem Schal maskiert. Er eilt zur Kasse, hinter der gerade die Betreiberin und die Co-Chefin stehen. „Er hatte ein Messer in der linken Hand und verlangte Geld“, sagt sie. Sie sei völlig geschockt und gar nicht in der Lage gewesen, dem Mann Geld auszuhändigen. Ihrer Kollegin sei es nicht anders ergangen.

Als der Räuber die Pistole zückt, überwindet die Chefin ihre Angst

Plötzlich zieht der Täter auch noch eine Pistole aus der Jackentasche. In der linken Hand hält er das Messer, in der rechten die Schusswaffe. Reflexartig und ohne nachzudenken habe sie zum neben ihr liegenden Telefon gegriffen und 110, den Notruf der Polizei, gewählt – ungeachtet der gefährlichen Situation. Außerdem habe sie geschrien, „Hilfe“ und „Überfall“. Da sei der Täter ohne Beute aus dem Imbiss geflüchtet.

„Die alarmierten Polizeikräfte leiteten umgehend Fahndungsmaßnahmen ein, die jedoch nicht zur Festnahme des Flüchtigen führten“, sagte Polizeisprecherin Nina Kaluza. Das örtlich zuständige Raubdezernat fahndet jetzt nach einem 1,90 bis 1,95 Meter großen Mann, der ein auffällig breites Kreuz hat. Zur Tatzeit trug er eine dunkelblaue Jacke mit grauer Kapuze sowie schwarze Sneaker mit weißen Sohlen und weißen Tennissocken.

Weiterer Überfall in Wandsbek

Unweit von dem Tatort entfernt, hat ein bislang unbekannter Mann bereits am vergangenen Sonnabend eine Bäckerei an der Lesserstraße überfallen. Nach Angaben der Polizei bedrohte er gegen 19.20 Uhr eine 42 Jahre alte Angestellte mit einem Messer und forderte Bargeld. In diesem Fall war der Täter erfolgreich: Er flüchtete mit einem geringen Bargeldbetrag in unbekannte Richtung.

Auch bei diesem Räuber soll es sich um einen relativ großen Mann (1,80 bis 1,90 Meter) mit kräftiger Figur handeln. Er trug zur Tatzeit eine blaue Jacke und eine blaue Mütze. Hinweise in beiden Fällen an die Polizei, Telefon 040 4286-56789.