Bahnhof Altona

Frau bewahrt wildpinkelnden Bruder vor Haftstrafe

Ein junger Mann wird abgeführt (Symbolbild).

Ein junger Mann wird abgeführt (Symbolbild).

Foto: Paul Zinken / dpa

Erst urinierte der Hamburger gegen eine McDonald's-Filiale, dann pöbelte er die Angestellte an, die ihn zur Rede stellte.

Hamburg. Anscheinend ist am Sprichwort "Blut ist dicker als Wasser" tatsächlich etwas dran: Mit der Zahlung von 450 Euro hat eine Frau ihren Bruder vor einer Haftstrafe bewahrt – zumindest vorerst.

Wahrscheinlich hätten die Beamten der Bundespolizei sogar Verständnis dafür gehabt, wenn sie ihren nur dem Alter nach erwachsenen Bruder hätte schmoren lassen; so, wie der sich zuvor benommen hatte.

McDonald's-Mitarbeiterin geht Wildpinkler an

Mittwochnachmittag, 17.15 Uhr: Eine Mitarbeiterin des McDonald's im Bahnhof Altona beobachtet den 33 Jahre alten Hamburger dabei, wie er gegen das Gebäude uriniert und stellt ihn zur Rede.

Statt irgendeine Form von Einsehen zu zeigen, führt der Hamburger der Frau sein Genital vor und beleidigt sie auf eine Art und Weise, die klar zeigt, dass längere Assoziationsketten nicht ganz das Seine sind: "Verpiss dich, du Fotze".

Schwester löst ihren flegelhaften Bruder aus

Verständlicherweise zog die Frau die Bundespolizei hinzu, die sich des sowohl unflätigen als auch des geregelten Urinierens unfähigen Mannes annahm. Eine Überprüfung der Personalien ergab, dass er bereits zuvor unangenehm aufgefallen sein musste: Er wurde wegen Sachbeschädigung mit einem Haftbefehl gesucht.

Und hätte er nicht seine wohlmeinende Schwester verständigt, er hätte direkt eine 30-tägige Freiheitsstrafe antreten müssen. Dank der verwandtschaftlichen Zahlung aber bleibt der Flegel auf freiem Fuß – mindestens, bis das Verfahren wegen Beleidigung abgeschlossen ist, das ihn als nächstes erwartet.