Hamburg

Serien-Seniorentrickbetrüger täuscht Tod seiner Eltern vor

Serien-Trickbetrüger in Hamburg verhaftet: Seine Opfer waren Seniorinnen, deren Vertrauen er sich auf perfide Weise erschlichen hatte (Symbolbild).

Serien-Trickbetrüger in Hamburg verhaftet: Seine Opfer waren Seniorinnen, deren Vertrauen er sich auf perfide Weise erschlichen hatte (Symbolbild).

Foto: picture alliance / dpa / Arne Deder

Der 55-jährige Täter hat bereits seit den 80er-Jahren mehrere Haftstrafen verbüßt. Opfer waren immer ältere Menschen.

Hamburg. Diese Masche ist besonders perfide: Ein 55 Jahre alter Mann hat sich das Vertrauen einer 92-jährigen Hamburgerin erschlichen und ihr sogar den Tod seiner Eltern vorgegaukelt, um an das Geld der alten Dame zu gelangen. Am Mittwoch konnte die Polizei den Serien-Trickbetrüger nach umfangreichen Ermittlungen in Wandsbek verhaften. Dem Mann, der seit den 80er-Jahren mehrere Haftstrafen verbüßt hat, werden weitere Taten vorgeworfen, bei denen Senioren seine Opfer waren.

Im August stellte sich der 55-Jährige einer 92-Jährigen als „Stephan“ vor. In den folgenden drei Monaten baute er eine Bindung zu der Seniorin auf und näherte sich ihr emotional. Dabei griff der Mann tief in die Trickkiste und setzte auf das Mitleid der Rentnerin: Er schilderte, dass er seine Eltern angeblich durch einen Verkehrsunfall verloren habe.

Täter wollte Geld für vorgetäuschte Beerdigung

"Im weiteren Verlauf pflegte er täglichen Kontakt zu ihr und erbat aufgrund finanzieller Engpässe Geldzuwendungen für die vorgetäuschten Beisetzungskosten", sagte Polizeisprecherin Evi Theodoridou. Nachdem die Altersvorsorge des Opfers aufgebraucht war, fragte die 92-Jährige Bekannte nach Geld, um den Mann zu unterstützen. Doch diese wurden daraufhin hellhörig und verständigten die Polizei.

Nach Angaben der Polizei näherte sich der 55-Jährige mit genau dieser perfiden Masche auch einer 78-jährigen Seniorin, die er angeblich aus der Kirchengemeinde kenne. "Auch hier kam es zu einem finanziellen Schaden der Dame", sagte Theodoridou. Durch umfangreiche Ermittlungen konnten die Beamten des Landeskriminalamt für Trickdiebstahl den Täter identifizieren.

55-Jähriger saß noch bis April im Gefängnis

Und der 55-Jährige ist kein unbeschriebenes Blatt: Er ist bereits seit den 80er-Jahren bundesweit mit gleichgelagerten Delikten in Erscheinung getreten und verbüßte mehrjährige Haftstrafen. "Über die genannte Masche gab er sich auch als falscher Kirchenmitarbeiter oder falscher Polizeibeamter aus", sagte Polizeisprecherin Theodoridou.

Der 55-Jährige war erst im April dieses Jahres nach viereinhalb Jahren Haft entlassen worden. Nun wird geprüft, ob er für weitere Taten – auch überregional – in Betracht kommt.