Hamburg

Messerattacke im Levantehaus: 18-Jähriger sitzt in U-Haft

Das ebenfalls 18 Jahre alte Opfer wurde lebensgefährlich verletzt. Die Männer kannten sich. Das steckt offenbar hinter der Tat.

Hamburg. Nach einer Messerstecherei im Levantehaus an der Mönckebergstraße hat die Mordkommission der Hamburger Polizei einen 18-Jährigen dem Haftrichter vorgeführt. Er hatte am späten Montagabend einen gleichaltrigen Mitarbeiter der Bar Levante niedergestochen. Nach Erkenntnissen der Ermittler kannten sich die beiden jungen Männer, die beide in Wilhelmsburg wohnen. Sie sollen vor der Tat miteinander befreundet gewesen sein.

Es mutet schon an wie eine Falle, in die der 18-jährige Barmann am späten Montagabend gelockt worden war. Um kurz vor 21 Uhr war der gleichaltrige Wilhelmsburger im Levantehaus aufgetaucht. Er soll den Barmann darum gebeten haben, gemeinsam für eine Aussprache mit ihm in einen Durchgang zur Mönckebergstraße zu gehen. Zunächst wirkte es auf Zeugen so, als hielten die beiden tatsächlich eine friedliche Aussprache. Es soll um eine Beleidigung der Freundin und der Mutter des späteren mutmaßlichen Täters gegangen sein. Zunächst, so die Erkenntnisse der Polizei, rauchten beide noch miteinander. Plötzlich zog der eine 18-Jährige ein Küchenmesser und rammte es dem Barmann in den Oberkörper. Dann lief er davon.

Ärzte mussten Opfer sofort operieren

Das Opfer schleppte sich zurück in das Café. Dort brach es zusammen. Ein alarmierter Notarzt und Rettungskräfte versorgten den lebensgefährlich Verletzten. Der kam ins Krankenhaus St. Georg. Ärzte retteten durch eine Notoperation das Leben des jungen Mannes.

Wenig später waren Beamte der Mordkommission und Kriminaltechniker im Levantehaus, das als eine der besten Adressen in Hamburg gilt. Dort, wo sich früher das Kontor der namensgebenden Schifffahrtslinie befand, und wo heute das 5-Sterne Hotel Hyatt und rund 40 Geschäfte residieren, wurden große Bereiche als Tatort abgesperrt. Die Spurensicherung dauerte mehrere Stunden an. Der als Messerstecher gesuchte 18-Jährige wurde noch in der Nacht festgenommen. Er wurde an seiner Wohnanschrift in Kirchdorf Süd gestellt. Auch das Messer, das als Tatwaffe gilt, wurde von der Polizei in der Wohnung gefunden.

In seiner Vernehmung, so hieß es, habe der junge Mann gegenüber den Ermittlern der Mordkommission die Tat zwar eingeräumt. Dass er seinen Kontrahenten habe töten wollen, habe er jedoch bestritten. Am Dienstagnachmittag wurde von einem Richter Haftbefehl wegen des Verdachts des versuchten Totschlags erlassen.