Hamburg

Doping: Arzt-Mitarbeiterin soll Sportler versorgt haben

In Hamburger Apotheken sollen die gefälschten Rezepte für das Dopingmittel Testosteron eingelöst worden sein.

In Hamburger Apotheken sollen die gefälschten Rezepte für das Dopingmittel Testosteron eingelöst worden sein.

Foto: dpa

Gefälschte Rezepte für Testosteron und Betrug: Hamburger Praxis-Angestellte soll mit Dopingmitteln gehandelt haben.

Hamburg. Doping in Hamburg: Wegen eines kuriosen Vergehens gegen das erst seit wenigen Jahren geltende Antidopinggesetz muss sich die Angestellte einer Hamburger Arztpraxis in der nächsten Woche vor dem Amtsgericht Hamburg Wandsbek verantworten. Sie soll, so lautet die Anklage, 56 Rezepte für Testosteron gefälscht und verkauft haben.

Deshalb steht die medizinische Fachangestellte F. (29) auch wegen Urkundenfälschung und Betruges vor Gericht. Sie hat nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Hamburg ihren Job ausgenutzt, um die Rezepte in der Bodybuilder-Szene gewinnbringend zu verkaufen. Deshalb ist auch einer ihrer mutmaßlichen Abnehmer angeklagt. Dieser 37 Jahre alte Mann, H., soll ein Depot mit Testosteron angelegt haben. Ob er das Hormon verkaufen wollte oder nicht – auch Eigen-Doping ist laut Gesetz verboten.

Rezepte für Testosteron: So flog die Angeklagte auf

Testosteron ist ein verschreibungspflichtiges Hormon, das zum beschleunigten Muskelaufbau verwendet wird. Es kann bei Missbrauch zu schweren gesundheitlichen Schäden führen wie Leber- und Nierenkrankheiten sowie Herz-Rhythmusstörungen bis hin zur Schlaganfallgefahr.

Der mutmaßliche Betrug und Handel mit dem Dopingmittel flog dadurch auf, dass die Käufer bei der Praxis-Angestellten F. die Rezepte in Hamburger Apotheken einlösten, die Apotheker diese Rezepte aber nicht abrechnen konnten, weil eine ärztliche Verordnung fehlte. Dadurch entstand den Apotheken und den Krankenkassen laut Anklage ein Schaden von 11.503,80.

Der Angeklagten droht allein für den Verstoß gegen das Antidopinggesetz eine Strafe von bis zu drei Jahren, in schwerwiegenden Fällen auch mehr, wenn etwa Gesundheitsschäden nachgewiesen werden können.