Niendorf

Hieb mit Machete? 49-Jähriger am Tibarg angegriffen

Täter und Opfer sollen sich gekannt haben. Offenbar ging der Tat ein Streit um Geldschulden voraus. Mann erl

Hamburg. Um 19.55 am Mittwochabend kommt es zu dem Angriff – eine brutale Tat, die vor allem in Niendorf für Entsetzen sorgt. Sie spielt sich vor dem Rewe-Supermarkt ab, mitten auf dem belebten Tibarg und in unmittelbarer Nähe des gut besuchten Weihnachtsmarktes „Nordische Weihnacht“. Ein junger Mann zieht einen Gegenstand – ein langes Messer oder eine Machete, wie sich Zeugen erinnern – und schlägt einem anderen Mann damit ins Gesicht, fügt ihm eine 15 Zentimeter lange Schnittwunde an der Wange zu. Unmittelbar nach dem Hieb flüchtet der Macheten-Mann.

Offenbar kannten sich die beiden Männer, so Polizeisprecherin Nina Kaluza auf Abendblatt-Anfrage. Sie waren sich kurz vor der Tat im Rewe begegnet. Zum Hergang befragt, sagte ein Zeuge aus, dass nach einer ersten noch verbalen Eskalation im Laden einer der Männer angegeben habe: Man kenne sich und werde „alles weitere draußen klären“. Bei dem Streit ging es nach ersten Erkenntnissen um Geldschulden.

Macheten-Mann ist blond und athletisch

Während der Täter längst das Weite gesucht hatte, kam das 49 Jahre alte Opfer unter Notarztbegleitung ins Krankenhaus. Obgleich die Polizei rund 20 Streifenwagen einsetzte, glückte dem Täter die Flucht.

Zeugen beschrieben den Verdächtigen folgendermaßen:

  • etwa 25 bis 30 Jahre alt
  • blondes Haar
  • dunkelblonder Bart
  • athletischer Statur

Vermutlich handelt es sich um einen Osteuropäer, darauf deute sein Akzent hin, so Kaluza. Er trug zur Tatzeit eine dunkle Jacke mit Kapuzenkragen und orangen Applikationen sowie eine dunkle Sporthose. Die Polizei, die wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den noch unbekannten Täter ermittelt, bittet Zeugen um Hinweise, Telefon 040/ 428656789.

Betrunkener bedroht Vater und Sohn mit Machete

Erst seit Anfang 2019 erfasst die Polizei statistisch auch Messerdelikte. Wie aus der Senatsantwort auf eine CDU-Anfrage hervorgeht, gab es in Hamburg in den ersten neun Monaten 1025 Taten. In mehr als 700 Fällen drohten die Angreifer mit dem Messer, und 312-mal setzten sie es auch ein.

Erst Ende November hatte ein betrunkener Mann vor einem Einkaufszentrum in Horn einen 59 Jahre alten Vater und dessen Sohn (19) mit einer Machete und einer Softairwaffe bedroht. Beide konnten den Angreifer mit Stöcken abwehren. Die Polizei nahm den Täter, einen 53 Jahre alten Mann, kurz darauf fest. Im März dieses Jahres ging ein 17-Jähriger mit einer Machete und zwei weiteren ebenfalls bewaffneten Mittätern am S-Bahnhof Tiefstack auf vier junge Männer los. Zwei von ihnen raubten sie aus.