Perfide Masche

Aktuelle Warnung! Betrüger geben sich als Polizisten aus

Die Trickbetrüger suchen sich gerne Senioren als Opfer. Im gesamten Hamburger Stadtgebiet wurden in den vergangenen Tagen jeweils 40 bis 50 Taten verzeichnet.

Die Trickbetrüger suchen sich gerne Senioren als Opfer. Im gesamten Hamburger Stadtgebiet wurden in den vergangenen Tagen jeweils 40 bis 50 Taten verzeichnet.

Foto: picture alliance/Karl-Josef Hildenbrand/dpa

In den vergangenen Tagen hat die Polizei jeweils bis zu 50 Trickbetrugstaten verzeichnet. Opfer sind häufig Hamburger Senioren.

Hamburg. Ihre Masche ist besonders perfide: Sie nutzen das Vertrauen der Menschen in die Polizei aus, um an das Ersparte ihrer Opfer zu kommen. Aktuell warnt die echte Polizei vor solchen Trickbetrügern, die sich als falsche Polizisten ausgeben. In den vergangenen Tagen haben sich die Vorfälle gehäuft, die Polizei verzeichnete 40 bis 50 angezeigte Taten pro Tag. "Besonders auffällig ist derzeit, dass Anwohner von Seniorenwohnanlagen von den Betrügern kontaktiert werden", sagte Polizeisprecherin Evi Theodoridou am Mittwoch.

Die Täter gehen dabei immer nach dem selben Muster vor. Sie rufen gezielt bei älteren Menschen an und geben sich als Kriminalbeamte aus – und nutzen den Vertrauensvorschuss, der bei dieser Berufsgruppe vor allem bei Senioren vorhanden ist. Ihren Opfern gaukeln die Täter vor, dass es Einbrüche oder andere Eigentumsdelikte in der näheren Umgebung gegeben habe. Dann nutzen sie den Schockmoment, indem sie schnell ihre Hilfe anbieten. Die Betrüger kündigen einen Polizisten an, der das Hab und Gut der älteren Menschen abholt, um es in Sicherheit zu bringen.

Falsche Polizisten verunsichern Senioren systematisch

"Alternativ soll das Geld an öffentlichen Orten zur Abholung deponiert werden", sagte Polizeisprecherin Theodoridou. Häufig werden die Rentner auch aufgefordert, in einem angeblichen Ermittlungsverfahren mitzuwirken und so bei der Ergreifung der Täter mitzuhelfen.

Um die Senioren systematisch zu verunsichern, legen die Trickbetrüger häufig viel Kreativität an den Tag. Eine Variante: Die Täter stellen die örtliche Polizei und auch Mitarbeiter der Banken und Sparkassen als korrupt dar. Zudem setzen die Täter ihre Opfer unter enormen Zeitdruck. Ihr Ziel dabei ist, dass die Angerufenen kaum Zeit haben, das Gehörte zu verarbeiten und kritisch zu hinterfragen.

Betrüger warnen vor Enkeltrick – und schlagen dann zu

Besonders dreist gingen die Betrüger bei einem 85 Jahre alten Mann vor. "In einem aktuellen Fall wurde ein 85-Jähriger in einem Anruf zunächst mit der Enkeltrick-Masche zur Bereitstellung einer höheren Bargeldsumme aufgefordert", sagte Theodoridou. Kurze Zeit später erhielt er einen weiteren Anruf, angeblich von einem Mitarbeiter des Landeskriminalamtes (LKA). "Dieser teilte dem Geschädigten nun mit, dass es sich bei dem zuvor erfolgten Anruf um eine Betrugsmasche gehandelt habe", so die Polizeisprecherin.

Um die angeblichen Betrüger festnehmen zu können, wurde der 85-Jährige aufgefordert, das Geld wie zuvor vereinbart an einem öffentlichen Platz bereitzustellen. Der ältere Herr folgte den Anweisungen. Als sich das vermeintliche LKA nicht mehr bei dem Senioren meldete, wurde dieser misstrauisch und kontaktierte die Polizei. Neben dieser Betrugsmasche gibt es zahlreiche andere Versionen, mit Hilfe derer Trickbetrüger ältere Menschen um ihr Geld bringen wollen.

Die Polizei Hamburg weist auf Folgendes hin:

  • Die Polizei fragt niemals nach Bankdaten, Kontoständen oder Inhalten von Schließfächern. Auch nach Verstecken von Wertsachen und Geld fragt die Polizei nie.
  • Die Polizei setzt Menschen niemals unter dem Vorwand unter Druck, Ermittlungsbehörden unterstützen zu müssen.
  • Die Polizei würde niemals dazu auffordern, Geld von der Bank abzuheben und dieses im Haus für eine Übergabe zu deponieren oder an einen angeblichen Polizisten zu übbergeben.

Das sind die Tipps der Polizei

  • Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl und nehmen Sie sich Zeit, die Anrufe zu überdenken.
  • Wenden Sie sich an eine Person Ihres Vertrauens und erzählen Sie von den Anrufen – unabhängig davon, welche Anweisungen Sie vom Anrufer erhalten haben.
  • Wählen Sie die 110 und sprechen Sie mit der richtigen Polizei. Oder wählen Sie eine eigens recherchierte Nummer.