Hamburg

Polizei hebt gewerbsmäßige Bande von Kinderwagendieben aus

60 Kinderwagen sollen die Täter gestohlen haben (Symbolbild).

60 Kinderwagen sollen die Täter gestohlen haben (Symbolbild).

Foto: Marcus Brandt / picture alliance / dpa

Sie stahlen in diversen Stadteilen mutmaßlich 60 teure Kinderwagen aus Treppenhäusern und verkauften sie auf dem Gebrauchtmarkt.

Hamburg. Die Polizei hat eine siebenköpfige Bande von gewerbsmäßigen Kinderwagendieben ausgehoben. Am Mittwoch verhaftete sie den Kopf der Bande (32) und ergriff seine sechs Mitstreiter bei Razzien in den sechs Wohnungen. Das teilte ein Polizeisprecher mit. Die vier Männer (16, 17, 19 und 24) und zwei Frauen (21, 27) wurden nach Feststellung der Personalien auf freien Fuß gesetzt, der Kopf der Bande verblieb wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft.

Die Beamten stellten umfangreiches Beweismaterial wie Kinderwagengestelle, Sitzschalen und Zubehör sicher, kassierten eine Pistole ein und pfändeten einen hochwertigen AMG-Mercedes C63 zum Zwecke der Vermögensabschöpfung. Außerdem wurden Einbruchswerkzeuge und weiteres Diebesgut gefunden. Die Bande hatte es vor allem auf hochwertige Kinderwagen der Marke "Bugaboo" abgesehen.

Ein Kinderwagen namens Esel ist am teuersten

Die Preise starten bei etwa 750 Euro für den "Bugaboo Cameleon 3 Classic Plus Collection Navy Blue" und reichen bis zu 1700 Euro für den "Donkey 2 Duo", wobei der Einsitzer vom Typ "Donkey" kaum günstiger ist. Der Bande werden etwa 60 Taten zur Last gelegt. Die Diebe waren zwischen April und September in Eppendorf, Lokstedt, Schnelsen, Eidelstedt, Pinneberg und im schleswig-holsteinischen Grenzacker unterwegs. Offenbar stahlen sie die Kinderwagen aus den Treppenhäusern von Geschosswohnungsbauten und machten sie anschließend auf dem Gebrauchtmarkt zu Geld.

Wie die Taten genau abliefen und ob die Diebe ihre Opfer ausspähten, ermittelt die Polizei noch. Auch die "Vertriebswege" der Diebe sind noch unklar. Wie die Polizei der Bande auf die Schliche kam ließ sie aus ermittlungstaktischen Gründen im Dunkeln.