Hamburg

Haus stürzt teilweise ein – fünfköpfige Familie obdachlos

Eine Ecke des Hauses in Bergedorf ist weggebrochen.

Eine Ecke des Hauses in Bergedorf ist weggebrochen.

Foto: Jan Schubert

Warum die eine Ecke des Gebäudes in Bergedorf plötzlich nachgab, ist noch unklar. Familie wurde vom Bezirksamt im Hotel untergebracht.

Hamburg. Schock am Sonnabend für die Bewohner eines Hauses an der Bleichertwiete in Bergedorf: Aus bislang ungeklärter Ursache stürzte gegen 22.20 Uhr ein Teil ihres Hauses ein. Das Mauerwerk im Erdgeschoss auf der Seite zur Rudolf-Steiner-Schule hin brach weg und legte einen Teil des Kellers frei. Verletzt wurde niemand. Die Bewohner und Eigentümer des Hauses, eine fünfköpfige Familie, liefen nach draußen und brachten sich in Sicherheit. Zu groß war die Gefahr, dass weitere Teile des Gebäudes einstürzen könnten.

Feuerwehrleute sperrten das Gebäude anschließend ab. Zwar kam es nicht zu weiteren Einstürzen, doch Mitarbeiter des Bauprüfamts und Statiker haben das Haus noch in der Nacht für unbewohnbar erklärt. Zudem wurden Gas und Strom wegen der Explosionsgefahr abgeschaltet.

Familie kam in einem Hotel unter

Bei den Bewohnern handelt es sich um eine Familie aus Syrien mit drei Kindern. Sie durften zunächst nicht wieder in ihr Haus zurückkehren, ebenso wie die Bewohner zweier Wohnungen im Nachbarhaus, das direkt an das Einsturzgebäude anschließt. Sie kamen bei Angehörigen unter, die Familie aus Syrien wurde vom Bezirksamt in einem Hotel untergebracht.

Die Ursache des Einsturzes blieb auch am Sonntag unklar. Aktuell befindet sich auf dem Nachbargrundstück eine große Baustelle, dort wurde kürzlich das Gebäude einer Tischlerei abgerissen. „Doch das können wir als Auslöser ausschließen“, sagte Bezirksamtsleiter Arne Dornquast, der sich gestern die Unglücksstelle ansah.

Möglicherweise hätten Sanierungsarbeiten eine Rolle gespielt: „Da verläuft vor dem Haus ein ein Meter tiefer Graben bis zur Einsturzstelle“, beschreibt Dornquas die offenbar wenig fachmännisch angelegte Drainage. „So kann es sein, dass dadurch das Fundament in Bewegung geraten ist.“

Teil des Schulhof muss gesperrt werden

Trümmer der eingestürzten Hausecke haben auch einen Zaun der benachbarten Rudolf-Steiner-Schule beschädigt und fielen auf das dortige Gelände. Den Unterricht an der Schule soll dies aber nicht beeinflussen, nur der hintere Teil des Schulhofs bleibe bis auf weiteres abgesperrt.

Bauexperten wollen sich am Montag das beschädigte Haus näher ansehen und prüfen. Viel Hoffnung für das um 1900 erbauten Gebäude hatte Bergedorfs Verwaltungschef Dornquast allerdings nicht – es sehe nach Abriss aus: „Auf den ersten Blick ist das Gebäude hinüber. Wir werden uns aber in jedem Fall um die obdachlos gewordene Familie kümmern“, versprach er.