Altona-Nord

Bruder erstochen: Verdächtiger war jahrelang in Psychiatrie

Nachdem er am Montag seinen Bruder erstochen und seine Mutter lebensgefährlich verletzt hatte, wurde der 45-Jährige eingewiesen.

Hamburg. Am frühen Montagabend hat ein 45 Jahre alter Mann aus bisher ungeklärten Gründen seine Mutter und seinen Bruder angegriffen. Der 44-Jährige erlag noch am Tatort seinen schweren Verletzungen, die 68-Jährige schwebte auch noch am Dienstag in Lebensgefahr. Der mutmaßliche Täter ist am Dienstag in eine Psychiatrie eingewiesen worden. Ein Richter habe die vorläufige Unterbringung des 45-Jährigen in der Klinik angeordnet, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Die Tat passierte gegen 17.15 Uhr in der Isebekstraße in Altona-Nord, der Tatverdächtige konnte festgenommen werden. Bei der Festnahme leistete der Mann erheblichen Widerstand, die Beamten setzten Pfefferspray ein. Zeugenaussagen zufolge soll der 45-Jährige vor und bei seiner Festnahme einen erheblich aufgebrachten Eindruck gemacht und Unverständliches von sich gegeben haben.

Täter bereits 2002 wegen versuchten Totschlags verurteilt

Die Hintergründe der Auseinandersetzung sind noch unklar. Die Mordkommission ermittelt. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Verfahren wegen Totschlags, versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung ein.

Der 45-Jährige hat wegen einer früheren Straftat bereits mehrere Jahre im Maßregelvollzug verbracht. Er sei bereits 2002 in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden, sagte Gerichtssprecher Kai Wantzen am Mittwoch. Das Gericht sei damals zu der Überzeugung gekommen, dass er im Zustand der Schuldunfähigkeit einen versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung beging.

2010 sei er auf Bewährung freigekommen und habe bis 2015 unter Führungsaufsicht gestanden. Zuerst hatte die „Hamburger Morgenpost“ über die Vorstrafen des 45-Jährigen berichtet. Wie Wantzen bestätigte, war der Mann früher auch schon wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und Drogenhandels verurteilt worden.