Hamburg

Smart geht anders: Kleinwagenfahrer macht alles falsch

Das Logo des Kleinwagenherstellers Smart (Symbolfoto).

Das Logo des Kleinwagenherstellers Smart (Symbolfoto).

Foto: picture Alliance

Drogen, Identitätsbetrug, überhöhte Geschwindigkeit, geklaute Kennzeichen... Lange Liste von Delikten bei 37-Jährigem.

Hamburg. Nach dem Prinzip "Einer geht noch" hat ein 37 Jahre alter Smart-Fahrer am Dienstagabend so lange Delikte gesammelt, bis eine wirklich beeindruckende Liste unterschiedlicher Verstöße zusammengekommen war. Unter anderem berichtet die Hamburger Polizei von Drogenmissbrauch, gestohlenen Kennzeichen, überhöhter Geschwindigkeit ... Aber der Reihe nach.

Laut Polizeisprecher Florian Abbenseth wurde die Besatzung eines zivilen Polizeifahrzeugs gegen 20.40 Uhr auf den Kleinwagen aufmerksam, weil der Fahrer ein an der Anschlussstelle Georgswerder aufgestelltes Stoppschild ignorierte und auch das Tempolimit auf der Wilhelmsburger Reichsstraße mit Missachtung strafte. Grund genug, einmal genauer hinzuschauen. Also stoppten die Beamten den Mann in Harburg an der Schlachthofstraße zwecks einer kurzen Überprüfung von Führerschein und Fahrzeugpapieren, die ziemlich erstaunliche Ergebnisse zu Tage förderte.

Ein Smart und sein Fahrer: Kleiner Wagen, große Menge an Verstößen

  • Erst einmal versuchte der 37-Jährige, die Polizisten davon zu überzeugen, dass gar er nicht er, sondern jemand anderer ist. Zu seinen wiederholt vorgetragenen falschen Personalien hatte er sich sogar angebliche ehemalige Meldeanschriften überlegt, was die Beamten aber auch nicht zu überzeugen wusste. Sie konnten ihn dazu bewegen, irgendwann doch seinen richtigen Namen zu nennen. Dann wurde schnell klar, warum er sich eine neue Identität zugelegt hatte.
  • Schließlich hat er gar keinen (gültigen) Führerschein.
  • Außerdem ist er einschlägig vorbestraft und erst vor gut zwei Wochen aus dem Gefängnis gekommen.
  • Möglicherweise war während der Einquartierung auf Staatskosten der Versicherungsschutz des Smart abgelaufen, der fehlte nämlich.
  • Wobei: Der Wagen gehört gar nicht dem 37-Jährigen, wie die Beamten anhand der Fahrgestellnummer (die eigentlich inzwischen Fahrzeugidentifikationsnummer heißt, aber wer kann sich sowas merken?) feststellten.
  • Eine einleuchtende Erklärung dafür, warum die Kennzeichen des Smarts sogar noch weniger mit ihm und dem Auto zu tun haben, hatte er leider auch nicht.
  • Die Kennzeichen, die die Beamten im Kofferraum des Smarts fanden, gehörten dummerweise auch nicht zu dem Kleinwagen oder seinem Fahrer, sie waren ebenfalls gestohlen.
  • Richtig rund wird so eine Polizeikontrolle aber ohnehin erst durch einen Drogentest. Der fiel positiv (also mit negativen Folgen für den nicht so smarten Smartfahrer) aus: Kokain.

Um die klopapierrollen-lange Liste von Verstößen ordentlich zu Papier zu bringen und mit Hilfe einer Blutprobe Genaueres über den eventuellen Drogenkonsum des frisch gekürten Fußgängers zu erfahren, durfte der 37-Jährige mit zur Wache kommen, bevor er auf den Heimweg geschickt wurde. Ohne den Smart und die diversen Kennzeichen natürlich – die wurden beschlagnahmt.