Hamburg

Drogeneinsatz an Hafenstraße – Passanten bepöbeln Polizei

Ein Beamter am Mittwochnachmittag an der Hafenstraße. Die Bewohner eines Hauses machen dort keinen Hehl daraus, dass Polizisten dort nicht erwünscht sind.

Ein Beamter am Mittwochnachmittag an der Hafenstraße. Die Bewohner eines Hauses machen dort keinen Hehl daraus, dass Polizisten dort nicht erwünscht sind.

Foto: Michael Arning

Ermittler beobachteten Drogenschäfte und kontrollierten die Verdächtigen. Anwohner solidarisierten sich mit Verdächtigen.

Hamburg. Die Hamburger Polizei hat im Kampf gegen die öffentlich wahrnehmbare Drogenkriminalität erneut einen Schwerpunkteinsatz durchgeführt. Zwischen Mittwoch- und Donnerstagmorgen observierten Zivilbeamte die Drogen-Hotspots auf St. Pauli, St. Georg und der Sternschanze. In einem Fall mussten die Polizisten erleben, wie sich Bewohner mit den mutmaßlichen Drogendealern solidarisierten.

Vor einem Lokal an der Hafenstraße beobachteten Polizisten gegen 15.45 Uhr ein Drogengeschäft. Anschließend kontrollierten sie den Käufer. Bei dem 28 Jahre alten Bulgaren fanden sie eine Kugel Kokain und einen Gripbeutel mit Marihuana. Die Drogen wurden sichergestellt.

Weil sich der im Verdacht stehende Verkäufer in einen Hinterhof zwischen Hafenstraße und Bernhard-Nocht-Straße zurückzog, forderten die Zivilkräfte weitere Unterstützung an. Nach Angaben von Polizeisprecher Finn Lewin ist dieser Hinterhof bereits den Beamten bekannt. Insbesondere Drogendealer würden sich dort regelmäßig aufhalten, zudem sind in der Vergangenheit öfters Drogen sichergestellt worden, die in dem Hinterhof deponiert waren.

Passanten beschimpften die Polizei

Neben dem 21 Jahre alten Mann aus Gambia, der im Verdacht steht, Drogen vor dem Lokal an der Hafenstraße verkauft zu haben, trafen die Beamten fünf weitere Männer an. Bei allen Männer besteht der Verdacht des illegalen Aufenthalts in Deutschland. "Die sechs Personen wurden daraufhin zwecks Überstellung an die Ausländerbehörde dem Untersuchungsgefängnis zugeführt", erklärte Lewin und bestätigte, dass bei diesem Einsatz die Polizisten von Unbeteiligten beschimpft wurden.

Anwohner und Passanten solidarisierten sich mit den mutmaßlichen Drogendealern. Doch bis auf die verbalen Attacken, wurde die Aktion der Polizei nicht weiter gestört. "Insgesamt wurden 27 Gripbeutel Marihuana auf dem Hinterhof sichergestellt", sagte Lewin.

Bei weiteren Einsätzen der "Task-Force" innerhalb der 22 Stunden überprüften Polizisten 214 Menschen. Gegen 65 Menschen, die bereits im Zusammenhang mit Drogengeschäften aufgefallen waren, wurden Aufenthaltsverbote verhängt.