Hoheluft

Spezialisten entschärfen hochexplosive Pikrinsäure

Eppendorfer Weg: Bus der Stadtreinigung hatte heiklen Behälter angenommen. Haus geräumt, Verkehr beeinträchtigt.

Hamburg. Das waren aufregende Abendstunden im Hamburger Generalsviertel: Bei einem heiklen Einsatz von Feuerwehr und Polizei am Dienstag in Hoheluft-West wurde eine hochexplosive Flüssigkeit unschädlich gemacht. Spezialisten der Polizei gaben gegen 20 Uhr Entwarnung. Die Sperrungen wurden sukzessive aufgehoben. Anwohner konnten in ihre Wohnungen zurückkehren.

Weil ein Bus der Hamburger Stadtreinigung, der Problemstoffe sammelt, offenbar einen explosiven Stoff angenommen hat, wurde der Eppendorfer Weg am Dienstagabend großräumig abgesperrt. Der Bus stand zwischen Gneisenaustraße und Kottwitzstraße. Geschäfte wurden geschlossen und die Anwohner aufgefordert, die Fenster zu schließen und sich in die rückwärtigen Räume ihrer Wohnungen zu begeben.

Einsatzstelle in Hoheluft-West großräumig abgesperrt

Anwohner, die auf der Straße waren, durften nicht an der Einsatzstelle vorbei, auch nicht in ihre Wohnungen. Es bestand nach Reporterangaben eine hohe Explosionsgefahr.

Nach Abendblatt-Informationen handelte es sich um Pikrinsäure, die hochexplosiv sein kann. Deshalb wurde auch ein Haus, in dessen Nähe der Bus steht, evakuiert. In flüssigem Zustand ist Pikrinsäure ungefährlich. Sie wird auch im Chemieunterricht eingesetzt. Wenn sie kristallisiert, kann sie so explosiv werden wie der Sprengstoff TNT. Solche Kristalle können sich durch eine zu lange oder unsachgemäße Lagerung bilden. Schon das Öffnen des Behälters ist dann gefährlich.

Das Landeskriminalamt hat schnell die Einsatzstelle übernommen. Ein Entschärfer kam zum Einsatz, ein Rettungswagen wurde zum Eppendorfer Weg bestellt – eine Vorsichtsmaßnahme. Der Behälter mit der Pikrinsäure wurde geröntgt und später zur Sicherung in einen weiteren Behälter eingefasst.

Der Behälter mit der Pikrinsäure kam nach Behördenangaben von einer 71-jährigen Frau, die den Problemstoff offenbar im Gemeinschaftskeller ihres Wohnhauses gelagert hatte. Im Umfeld des Eppendorfer Wegs und der Hoheluftchaussee gab es erhebliche Beeinträchtigungen im Verkehr.

Die Polizei leitete ein Verfahren wegen des Verdachts des unerlaubten Umgangs mit Abfällen ein. Die Ermittlungen werden bei der Fachdienststelle für Umweltdelikte bei der Wasserschutzpolizei geführt und dauern an, hieß es am Abend.